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Gut zu wissen

Das ABC des Thüringer Bogens

Kultur, Tradition, Natur, Geschichte, Produkte, Wirtschaft und Wissenschaft – hier finden Sie einen kleinen Überblick über unsere Region von A wie Adel bis Z wie Ziegen.

A wie Adel

Was haben Königin Elisabeth II. von Großbritannien, Fürst Albert II. von Monaco und König Carl XVI. Gustaf von Schweden gemeinsam? Ihren Gothaer Ahnherren, Herzog Ernst den Frommen! Man kann also sagen, dass ein Großteil des heutigen europäischen Adels aus Gotha stammt. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass das Standardwerk für aristokratische Standes- und Familienverhältnisse aus der Residenzstadt kommt und in aller Welt bis 1945 als „Der Gotha“ bekannt war.

B wie Bratwurst

Wie Aufzeichnungen des Jungfrauenklosters in Arnstadt belegen, wurde die Bratwurst 1404 hier erstmalig urkundlich erwähnt. Der Verein „Freunde der Thüringer Bratwurst e. V.“ wurde 2006 mit Sitz in Holzhausen bei Arnstadt gegründet. Die Kultur- und Brauchtumspflege der Thüringer Bratwurst steht im Mittelpunkt der Vereinsarbeit, z. B. bei der jährlichen Bratwurstiade, beim Angrillen auf dem Erfurter Domplatz oder bei der Krönung des Thüringer Bratwurstkönigs.

Bratwurst

 

 

 

 

 

C wie CATL

Der Batteriehersteller CATL (Contemporary Amperex Technology Ltd.) ist einer der größten Produzenten von Lithium-Ionen-Zellen für E-Mobilität und Energiespeicher-Lösungen weltweit. Der 2011 in China gegründete Konzern baut derzeit am Erfurter Kreuz einen europäischen Produktions-, Forschungs- und Entwicklungsstandort auf, an dem mehr als 2.000 Beschäftigte zukünftig arbeiten sollen. Die Produktion soll spätestens 2022 starten.

D wie Drei Gleichen

Inmitten des Städtedreiecks Gotha – Erfurt – Arnstadt thronen weithin sichtbar auf drei Bergkegeln drei stolze Landgrafenburgen – die Mühlburg, die Burg Gleichen und die Veste Wachsenburg. Sie sind umwoben von Sagen und Legenden und einer verdankt das Gebiet Drei Gleichen seinen Namen. In einer Mainacht anno 1231 sollen die Burgen durch Blitzschlag – den Drei(n)schlag – gleichzeitig in Brand geraten sein und das Umland wie drei lodernde Fackeln erhellt haben.

Drei Gleichen

 

 

 

 

 

E wie Erfurter Kreuz

Das Erfurter Kreuz ist mit ca. 4,4 km² Fläche das größte Industriegebiet Thüringens. Ein gesunder Mix aus hervorragender Infrastruktur, gut ausgebildeten Fachkräften, traditionsreichen Firmen und erfolgreichen Neuansiedlungen zeichnen den Wirtschaftsraum aus. Traditionelle Branchen wie Maschinenbau, Glasindustrie und Elektrotechnik bieten Raum für Synergien mit neuen Technologiefeldern wie der Automobilzulieferindustrie, Sensorik, Nanotechnologie und Elektromobilität.

F wie Fraunhofer

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die weltweit führende Organisation für anwendungsorientierte Forschung. Die Forschungsfelder richten sich dabei nach den Bedürfnissen der Menschen: Mobilität, Energie, Umwelt, Gesundheit, Sicherheit und Kommunikation. In Ilmenau forschen die Fraunhofer-Institute Digitale Medientechnologie (IDMT), Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung – Institutsteil Angewandte Systemtechnik (IOSB-AST), Integrierte Schaltungen (IIS) – Abteilung Elektronische Messtechnik und Signalverarbeitung sowie die Forschergruppe SigMaSense des Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren (IZFP). Am Erfurter Kreuz gibt es seit 2020 ein Batterie-Innovations- und Technologie-Center (BITC).

G wie Glas

Die natürlichen Bedingungen für die Glasherstellung im Thüringer Wald waren seit jeher durch den Holzreichtum und geeignete Sandvorkommen ideal. So gab es bereits im 17. Jahrhundert zahlreiche Glashütten in Ilmenau und Umgebung. Im 19. Jhd. entwickelte sich die Region zum Zentrum der deutschen Glasinstrumentenfertigung (z. B. Thermometer). Heute werden u. a. Labor- und Messgeräte, pharmazeutisches Verpackungsglas, Behälterglas, Kunstglas, Glaserzeugnisse für die Medizin und Quarzglas hergestellt.

Glas

 

 

 

 

 

H wie Heimat

Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl. Heimat entsteht, wenn man die Fähigkeit hat, sich wohl zu fühlen dort, wo man ist. Heimat ist Trend geworden: Man kauft regional ein, richtet sich heimelig ein. Das ist ein Gefühl des Ankommens, auch wenn es nicht unbedingt da ist, wo man geboren oder aufgewachsen ist. Für die einen ist Heimat ein bestimmter Ort, für andere Familie und Freunde. Manchmal ist sie auch die Hoffnung auf einen Neuanfang – vielleicht im Thüringer Bogen!

I wie Inselsberg

Mit seinen 916 m ü. NN ist der Große Inselsberg die höchste Erhebung des westlichen Thüringer Waldes. Der einmalige Fernblick, der bei klarem Wetter bis zur Wasserkuppe in der Rhön und zum Brocken im Harz reicht, macht ihn zum beliebten Ausflugs- und Wanderziel. Das ca. 148 Hektar große Terrain rund um das Bergplateau ist ein wunderschönes Landschaftsschutzgebiet. Unmittelbar über die Bergkuppe verläuft der berühmteste Wanderweg Thüringens: der Rennsteig.

J wie Jonastal

Das Jonastal ist ein ca. 10 km langes, tief eingeschnittenes Tal zwischen Crawinkel und Arnstadt und wird von der Wilden Weiße durchflossen. Hier wachsen viele seltene Orchideen und unter Naturschutz stehende Pflanzen wie die Echte Schlüsselblume. Die Natur konnte sich seit Jahrzehnten frei entwickeln, so dass sich inzwischen auch Wölfe hier angesiedelt haben. Bekannt ist das Tal auch durch ein geheimes Bauvorhaben zur Zeit des Nationalsozialismus.

K wie Kloß

Schlechte Ernten und teures Getreide haben Thüringer Frauen erfinderisch gemacht. Sie experimentierten mit geriebener und gekochter Kartoffelmasse und es entstand der erste Thüringer Kloß. Im Stützerbacher Gasthof „Zum Reifberg“ wurde der Kloßteig zu einer knusprigen Spezialität weiterentwickelt: den Kloßpommes, die zu Süßem und Herzhaftem sehr gut passen. Eine kulturhistorische Reise von der Kartoffel zum Thüringer Kloß erleben Besucher im 1. Deutschen Kloßpressenmuseum in Großbreitenbach.

Kloßpommes

 

 

 

 

 

L wie Lange Nacht der Technik

Die „Lange Nacht der Technik“ ist ein einzigartiger Mix aus Technik, Wissenschaft und Kultur. Pulsierende Schlagader des Wissenschaftsabenteuers für die ganze Familie ist die sechs Kilometer lange Technologiemeile, die sich über die Ilmenauer Innenstadt bis zum Campus der Technischen Universität erstreckt. Technik wird dabei populärwissenschaftlich präsentiert und inszeniert. Das Großevent lockt zahlreiche Gäste von Nah und Fern an.

Lange Nacht der Technik

 

 

 

 

 

M wie mp3

2014 wurde der Ilmenauer Wissenschaftler Prof. Karlheinz Brandenburg in die Internet Hall of Fame aufgenommen. Er hat sich weltweit gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern durch die Erfindung des mp3-Formates für die Speicherung von Audiodateien einen Namen gemacht und damit auch der Stadt Ilmenau, der TU Ilmenau und dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie zu weiterer Bekanntheit verholfen.

N wie Natur

Natur pur können Sie bei uns an allen Ecken und Enden und zu jeder Jahreszeit erleben. Ob im Thüringer Wald, auf dem Rennsteig, auf dem Großen Inselsberg oder auf dem Kickelhahn, im Thüringer Burgenland Drei Gleichen, rund um die Fahner Höhe, an verschiedenen Talsperren, Flüssen und Gebirgsbächen, im Geratal, auf dem Langen Berg, im Ilmtal, auf den Reinsbergen, im Thüringer Kräutergarten … die Naturlandschaften haben für jeden Geschmack etwas zu bieten.

O wie Olitäten

Im Thüringer Kräutergarten werden Traditionen rund um Kräuter und Naturheilmittel – die so genannten Olitäten – bis heute gepflegt, z. B. in der Kräuterstadt Großbreitenbach. Aufgrund der besonderen natürlichen Bedingungen gibt es hier einen großen Reichtum an Kräutern, deren heilende Wirkung schon vor Jahrhunderten die Menschen zu nutzen wussten. Herstellung und Vertrieb durch Kräuterfrauen und Buckelapotheker wurden damals zu einem florierenden Gewerbe.

Olitäten

 

 

 

 

 

P wie Porzellan

An der Thüringer Porzellanstraße kann in zahlreichen Porzellanmanufakturen und Museen der Werdegang des Weißen Goldes erlebt werden. So führt die Straße z. B. auch durch Ilmenau, wo 1777 eines der ältesten Porzellanunternehmen Thüringens, das heute leider nicht mehr existierende Graf von Henneberg Porzellan, gegründet wurde. Sehenswert in der Region sind auch die vielen Töpfereien, die wunderschöne Gebrauchs- und Deko-Keramik fertigen und zum Verkauf anbieten.

Q wie Quarzglas

1977 wurde in Ilmenau mit der industriellen Fertigung von Quarzglas begonnen. Quarzglas ist eines der anspruchsvollsten Gläser für den Einsatz im technischen Bereich und gehört zu den wichtigsten Werkstoffen für Industrie und Wissenschaft. So mag es nicht überraschen, dass in Ilmenau weltweit führende Quarzglasschmelzen angesiedelt sind, die mit modernsten Verfahren Rohstoffe aufbereiten, Hohlzylinder schmelzen und Quarzglasprodukte nach individuellen Wünschen fertigen.

R wie Rennsteig

“Ich wandre ja so gerne am Rennsteig durch das Land…” Getreu dieser Hymne zieht es zu allen Jahreszeiten Wanderer hierher. Er ist einer der bekanntesten und sogar der älteste Weitwanderweg Deutschlands. Eine Wanderung auf dem 170 km langen Rennsteig ist sehr abwechslungsreich: Mal geht es sanft hügelig auf ausgetretenen Pfaden vorbei an bunten Wiesen oder durch stille Wälder, dann wiederum wird man überrascht von steilen Anstiegen und schmalen Tälern.

Rennsteig

 

 

 

 

 

S wie Schloss Friedenstein

Schloss Friedenstein ist eine der kunst- und kulturhistorisch bedeutendsten Schlossanlagen Thüringens. Sie wurde im 17. Jahrhundert im Auftrag von Ernst I., Herzog von Sachsen-Gotha-Altenburg, erbaut. Das Schloss steht auf einem Hügel über der Gothaer Altstadt, umgeben von einer englischen Parklandschaft mit Seen und Pavillons. Zu besichtigen sind z. B. die prachtvollen Wohn- und Repräsentationsräume vom Barock bis zum Historismus, die Kunstkammer und das Ekhof-Theater.

Schloss Friedenstein

 

 

 

 

 

T wie Technische Universität Ilmenau

Die Technische Universität Ilmenau, gegründet 1894 als Thüringisches Technikum, steht für eine lange Tradition in der Ausbildung von Ingenieuren der Elektrotechnik und des Maschinenbaus. Heute umfasst ihr Profil Technik, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Medien. Die Universität zeichnet sich aus durch ihr international anerkannt hohes Ausbildungsniveau, ihren engen Praxisbezug, die persönliche Betreuung durch Professoren und Mentoren sowie einen modernen Campus mit kurzen Wegen.

U wie UNESCO Kultur- und Naturstätten

Das UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald ist eines der ältesten Reservate Deutschlands. 1979 umfasste es nur das Vessertal, mit der Zeit vergrößerte sich die Fläche, reicht heute auch bis Ilmenau und Oberhof und ist ein Hotspot an biologischer Vielfalt und landschaftlicher Schönheit.

Im UNESCO Global Geopark “Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen” mit der einzigartigen Fossillagerstätte Bromacker kann man einigen Bewohnern des Riesenkontinents Pangäa, den Ursauriern, beispielweise auf dem Saurier-Erlebnispfad ganz nah kommen.

UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald

 

 

 

 

 

V wie Versicherungswesen

Ernst Wilhelm Arnoldi, der als der größte Sohn seiner Heimatstadt Gotha verehrt wird, ist auch für die Gothaer Versicherung die wichtigste Persönlichkeit. Denn er wird als Vater des deutschen Versicherungswesens bezeichnet. Ihm ist 1820 die Gründung der Feuerversicherungsbank und 1827 der Lebensversicherungsbank zu verdanken, aus denen die heutige Gothaer Versicherungsbank hervorging.

W wie Wirtschaft und Wissenschaft

Unsere Region ist einer der traditionsreichsten mitteldeutschen Wirtschafts- und Wissenschaftsräume. Die Städte verfügen über einen guten Mix traditioneller Industriezweige und neu angesiedelter Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen – von hochmodernen Technologieunternehmen bis hin zu Handwerksbetrieben und Dienstleistern. Das Wissenschafts- und Forschungsnetzwerk der Hoch- und Fachschulen sowie Forschungs- und Kompetenzzentren ist Impulsgeber für die Entwicklung der Region.

X wie X-Ray

Die Entdeckung der so genannten X-Strahlen (X-Ray, Röntgen-Strahlen) 1895 durch Prof. Dr. Wilhelm Conrad Röntgen war nur möglich, weil bereits einige Jahrzehnte vorher in der Region um Ilmenau die glas- und vakuumtechnischen Voraussetzungen geschaffen und Gasentladungsröhren mit den notwendigen Eigenschaften gefertigt wurden. Die ersten Röntgenröhren wurden z. B. in Stützerbach produziert und gemeinsam mit Prof. Röntgen weiterentwickelt.

Y wie Your life

Your work – Your life – Your future: Deine Arbeit – Dein Leben – Deine Zukunft: Im Thüringer Bogen findest Du hervorragende Lebens- und Arbeitsbedingungen mit kurzen Wegen in der Mitte Deutschlands. Die Bildungsmöglichkeiten sind vielfältig und die Freizeitgestaltung hält für jeden etwas Passendes bereit.

Z wie Ziegen

In Ilmenau, da ist der Himmel blau, da tanzt der Ziegenbock mit seiner Frau.
Der im weithin bekannten Kinderreim zitierte blaue Himmel bezieht sich auf eine meteorologische Erscheinung – den Föhn-Effekt, der den Himmel über Ilmenau bemerkenswert oft blau sein lässt. Beim Aufsteigen der Luftmassen auf der windzugewandten Gebirgsseite kühlt sich die Luft ab und der in der Luft enthaltene Wasserdampf kondensiert, es bilden sich Wolken und Niederschlag. Auf der windabgewandten Gebirgsseite sinkt die Luft ab, erwärmt sich, wodurch sich die Wolken auflösen und den Blick auf den blauen Himmel freigeben.

Tierfreunden ist vielleicht auch die Thüringer Waldziege bekannt, eine gefährdete deutsche Ziegenrasse, die um 1900 im Thüringer Wald entstand und unter anderem in Böhlen gezüchtet wurde.

Ziegen

 

 

 

 

 

Vom Mittelalter bis ins Heute

Sie wollen wissen, wie unsere Region historisch gewachsen ist? Dann lesen Sie hier die Geschichte unserer Landkreise Gotha und Ilm-Kreis nach.

Landkreis Gotha

775 erstmals urkundlich erwähnt, ist das Gothaer Land schon seit dem Mittelalter, damals noch unter der Herrschaft der Ludowinger Landgrafen, weithin bekannt. Im 17. Jahrhundert war es als Teil des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg eines der mitteldeutschen Zentren, das eine fortschrittliche Schulpolitik betrieb. Herzog Ernst erließ eine allgemeine Schulordnung und 1642 die Pflicht zum Schulbesuch für alle Fünf- bis Zwölfjährigen. Im 18. Jahrhundert zog das Herzogtum namhafte Vertreter der Aufklärung an, wie z. B. Voltaire und Friedrich der Große. Unter Herzog Ernst II., der sich der Astronomie verschrieben hatte, entwickelte sich zusätzlich ein reges wissenschaftliches Leben, wodurch sich Gotha zum naturwissenschaftlich geprägten Gegenpol der Klassikerstadt Weimar etablierte. Auch Kartographie, Genealogie und Schauspielkunst waren Gebiete, in denen das Herzogtum Gotha europaweit als federführend galt.

Ilm-Kreis

Zum heutigen Ilm-Kreis gehören Territorien von sechs ehemaligen Thüringer Fürstenhäusern: den Käfernburger Grafen, den Henneberger Grafen, den Schwarzburger Dynastien und den Häusern Sachsen-Gotha, Sachsen-Weimar sowie Sachsen-Meiningen. So standen im 14. Jahrhundert sowohl Ilmenau als auch Arnstadt zeitweilig unter der Herrschaft der Käfernburg-Schwarzburger Dynastien. Zu dieser Zeit ist das heutige Ilmenau, das 1273 erstmals urkundlich erwähnt wurde, bereits 1341 als Stadt bezeugt. 1343 kam Ilmenau durch Verkauf an die Grafen von Henneberg; Arnstadt, 704 erstmals urkundlich erwähnt und damit der älteste Ort Ostdeutschlands, blieb unter Schwarzburger Herrschaft. Nach dem Erlöschen der Henneberger Herrscherlinie im Jahr 1583 fiel das Amt Ilmenau an das Haus Sachsen.

 

 

 

Nach Abdankung der Fürstenhäuser erfolgte zunächst die Gründung des Freistaates Sachsen-Gotha im Jahre 1919. Kurz danach bildete sich der Landkreis Gotha im neu entstandenen Freistaat Thüringen. 1952 wurde der Kreis dem neuen DDR-Bezirk Erfurt zugeteilt. 1994 erlebte der Landkreis Gotha seine bislang letzte Gebietsreform: Aus dem ehemaligen Kreis Erfurt-Land kam eine Vielzahl kleinerer und größerer Gemeinden dazu (z. B. Neudietendorf), vom Kreis Arnstadt die Gemeinde Crawinkel; vom einstigen Kreis Bad Langensalza wechselte die heutige Gemeinde Tonna in den Landkreis Gotha.

Mit der Bildung des Landes Thüringen im Jahre 1920 wurde der Landkreis Arnstadt gebildet. Sein Territorium erstreckte sich von Rockhausen im Norden bis nach Masserberg im Süden, von Riechheim im Osten bis Holzhausen im Westen; Arnstadt war kreisfreie Stadt mit Sitz des Landkreises. 1951 wurde die Stadt Arnstadt in den Landkreis aufgenommen. 1952 erfolgte die Teilung in die beiden Kreise Arnstadt und Ilmenau; der Kreis Arnstadt wurde dem Bezirk Erfurt zugeordnet und der Kreis Ilmenau kam zum Bezirk Suhl. Nach der Gebietsreform 1994 wurden beide Landkreise wieder zu einem Landkreis mit dem Namen Ilm-Kreis und der Kreisstadt Arnstadt vereint.

Landkreis Gotha

775 erstmals urkundlich erwähnt, ist das Gothaer Land schon seit dem Mittelalter, damals noch unter der Herrschaft der Ludowinger Landgrafen, weithin bekannt. Im 17. Jahrhundert war es als Teil des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg eines der mitteldeutschen Zentren, das eine fortschrittliche Schulpolitik betrieb. Herzog Ernst erließ eine allgemeine Schulordnung und 1642 die Pflicht zum Schulbesuch für alle Fünf- bis Zwölfjährigen.

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Im 18. Jahrhundert zog das Herzogtum namhafte Vertreter der Aufklärung an, wie z. B. Voltaire und Friedrich der Große. Unter Herzog Ernst II., der sich der Astronomie verschrieben hatte, entwickelte sich zusätzlich ein reges wissenschaftliches Leben, wodurch sich Gotha zum naturwissenschaftlich geprägten Gegenpol der Klassikerstadt Weimar etablierte. Auch Kartographie, Genealogie und Schauspielkunst waren Gebiete, in denen das Herzogtum Gotha europaweit als federführend galt.

Nach Abdankung der Fürstenhäuser erfolgte zunächst die Gründung des Freistaates Sachsen-Gotha im Jahre 1919. Kurz danach bildete sich der Landkreis Gotha im neu entstandenen Freistaat Thüringen. 1952 wurde der Kreis dem neuen DDR-Bezirk Erfurt zugeteilt. 1994 erlebte der Landkreis Gotha seine bislang letzte Gebietsreform: Aus dem ehemaligen Kreis Erfurt-Land kam eine Vielzahl kleinerer und größerer Gemeinden dazu (z. B. Neudietendorf), vom Kreis Arnstadt die Gemeinde Crawinkel; vom einstigen Kreis Bad Langensalza wechselte die heutige Gemeinde Tonna in den Landkreis Gotha.

Ilm-Kreis

Zum heutigen Ilm-Kreis gehören Territorien von sechs ehemaligen Thüringer Fürstenhäusern: den Käfernburger Grafen, den Henneberger Grafen, den Schwarzburger Dynastien und den Häusern Sachsen-Gotha, Sachsen-Weimar sowie Sachsen-Meiningen. So standen im 14. Jahrhundert sowohl Ilmenau als auch Arnstadt zeitweilig unter der Herrschaft der Käfernburg-Schwarzburger Dynastien.

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Zu dieser Zeit ist das heutige Ilmenau, das 1273 erstmals urkundlich erwähnt wurde, bereits 1341 als Stadt bezeugt. 1343 kam Ilmenau durch Verkauf an die Grafen von Henneberg; Arnstadt, 704 erstmals urkundlich erwähnt und damit der älteste Ort Ostdeutschlands, blieb unter Schwarzburger Herrschaft. Nach dem Erlöschen der Henneberger Herrscherlinie im Jahr 1583 fiel das Amt Ilmenau an das Haus Sachsen.

Mit der Bildung des Landes Thüringen im Jahre 1920 wurde der Landkreis Arnstadt gebildet. Sein Territorium erstreckte sich von Rockhausen im Norden bis nach Masserberg im Süden, von Riechheim im Osten bis Holzhausen im Westen; Arnstadt war kreisfreie Stadt mit Sitz des Landkreises. 1951 wurde die Stadt Arnstadt in den Landkreis aufgenommen. 1952 erfolgte die Teilung in die beiden Kreise Arnstadt und Ilmenau; der Kreis Arnstadt wurde dem Bezirk Erfurt zugeordnet und der Kreis Ilmenau kam zum Bezirk Suhl. Nach der Gebietsreform 1994 wurden beide Landkreise wieder zu einem Landkreis mit dem Namen Ilm-Kreis und der Kreisstadt Arnstadt vereint.

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