Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Künstliche Intelligenz im eignen Unternehmen? Warum nicht! Das kann ganz neuen Schwung bringen, aus dem ein Wettbewerbsvorteil erwächst. „Oder auch nicht“, sagt Benjamin Schütz Geschäftsstellenleiter des Thüringer Zentrums für Lernende Systeme und Robotik (TZLR). Mit diesem Projekt, gefördert vom Freistaat Thüringen, dem Wirtschaftsministerium und der Carl-Zeiss-Stiftung, sollen KI und Robotik für Thüringer Unternehmen schnell und effektiv nutzbar gemacht werden. Und das beginne, so Schütz, oft erst einmal mit Entmystifizierung von KI. „Wir zeigen auf, was KI kann und auch, was sie eben nicht kann.“ Erst dann folgen Datenanalyse und Machbarkeitsstudien.

Dimitri Korsch, Transferkoordinator Wirtschaft beim TZLR, betont, dass gründliche Datenanalyse die Basis für alle weiterführende Projektbegleitung sei. Als Beispiel nennt er einen Kunststoffbauteile-Hersteller, der mit KI seinen Produktionsprozess optimieren will. Dazu hat er die Maschinendaten analysiert. Einmal, um die Effektivität zu steigern, zum anderen, um frühzeitig Fehler in der Produktion zu erkennen. „Nicht in diese Daten ist aber eingeflossen, wenn der Mensch, der die Maschine bedient, in den Prozess eingriff“, sagt Korsch. „Und schon konnte kein zuverlässiges KI-Modell entwickelt werden.“ Passiert so etwas, sinkt nicht selten beim Unternehmer die Bereitschaft für den Einsatz künstlicher Intelligenz. Um das zu vermeiden, will das TZLR frühzeitig Unternehmer für das Thema und seine Hürden sensibilisieren.

Ein Weg dahin sind Workshops, in denen Anwendungsfälle vorgestellt werden. „Wenn wir aufzeigen, was andernorts mit KI oder Robotik bewerkstelligt werden kann, bekommen die Unternehmer ein Gefühl dafür, was bei ihnen in der Firma möglich wäre“, sagt der Geschäftsstellenleiter. „und sie verstehen, dass ein KI-System, das sofort eine komplexe Aufgabe löst, selten der sinnvolle Weg ist.“ Richtiger sei es, sich Teilaufgaben vorzunehmen. Dazu aber müsse das Problem konkret benannt werden. Den Blick dafür wollen die Mitarbeiter des Zentrums in ihren Workshops schärfen. Interesse bei Unternehmern fand auch der KI-Stammtisch, den das TZLR in Jena organisiert. Höhepunkt allerdings ist das alljährliche KI-Forum, das vom Zentrum in diesem Jahr am 6. Oktober 2026 bereits zum achten Male ausgerichtet wird. Gemeinsam mit der Landesentwicklungsgesellschaft sollen hier KI-Entwickler mit Anwendern und politischen Entscheidungsträgern ins Gespräch kommen.

Dank des Thüringer Bogens konnte das TZLR eine Idee verwirklichen, die gemeinsam mit dem Leistungszentrum InSignA entstand: Konnektus Thüringen. Was sich am besten mit schwarzem Brett umschreiben lässt, soll Unternehmen, KI-Talente und Forschungseinrichtungen zusammenbringen. Unternehmen können hier ihre Vorstellungen und Anforderungen formulieren, Talente entwickeln dafür in kurzer Zeit Projekte. „Wir als TZLR stehen dabei sozusagen in der Mitte“, formuliert Dimitri Korsch, „um den Problemstellern zu helfen, ihr Anliegen zu formulieren. Unter Talenten sind Studenten an den Thüringer Universitäten zu verstehen, die bestens ausgebildet sind und Lust darauf haben, sich ganz praktischen Themen zu widmen.“ Den technologischen Wert von Konnektus Thüringen unterstreichen die hochkarätigen Partner aus der Wirtschaft, die das Projekt begleiten. „Damit können wir zeigen, wie Innovationskraft durch Vernetzung entsteht. Die Plattform schafft einen Raum, in dem Ideen schnell zu Lösungen werden – und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation des Wirtschaftsstandorts Thüringen“, verspricht Benjamin Schütz.

Foto: Dimitri Korsch (l.) und Benjamin Schütz im Beratungsraum am Erfurter Willy-Brandt-Platz, wo zentral gelegen Workshops und andere Veranstaltungen des TZLR stattfinden. | © Simmen