Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Das Bildungswerk Großbreitenbach ist im Ilm-Kreis ein Schwergewicht, besonders mit Blick auf Berufsorientierung. Das zeigt sich erneut beim Azubi-Speed-Dating, das am 17. September in der Festhalle Ilmenau die nächste Runde der Praxistage eröffnet. Hier ist das vor 35 Jahren gegründete Bildungswerk vor allem Partner der beteiligten Schulen, die es bei Organisation und Ausführung unterstützt. Doch die Einrichtung ist nicht nur Akteur bei dieser Berufsbildungsmaßnahme, die sich vornehmlich an Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen richtet. Es profitiert auch als Arbeitgeber von diesem Angebot.
Das Bildungswerk, das 1991 von engagierten Frauen und Männern der Betriebsschule des VEB Relaistechnik Großbreitenbach unter Federführung von Manfred Koch gegründet wurde, fungiert als sozialer Träger von acht Kindertagesstätten und einem Kinderheim. „Und dort stellen wir natürlich Praktikumsplätze zur Verfügung“, sagt Geschäftsführerin Cornelia Koch. In diesem Bereich gibt es diese nur begrenzt. Allerdings weiß Koch, dass sich viele Mädchen und Jungen gerade auf sozialem Gebiet gern einmal ausprobieren wollen. Dabei setzen die Unternehmen bereits beim Speed-Dating an, um geeignete Kandidaten zu finden. „Für uns spricht eine Mitarbeiterin von uns mit den Schülern, die nach den Gesprächen eine Auswahl trifft“, beschreibt die Geschäftsführerin den Vorgang. Das habe immer sehr gut funktioniert, bekräftigt Cornelia Koch. „Die jungen Leute, die bei uns ihre Praxistage absolviert haben, zeigten sich engagiert und haben sich gut ins Team integriert.“
Im Laufe der dreieinhalb Jahrzehnte hat sich das Profil der Bildungseinrichtung gewandelt. Gleich nach der Gründung ging es darum, für Konkurslehrlinge eine Möglichkeit zu finden, damit diese ihre Ausbildung beenden konnten. Für Menschen, die Arbeitslos geworden waren, organisierten Manfred Koch und seine Mitstreiter Weiterbildungs- oder Umschulungsmaßnahmen. Später folgten Bildungsmaßnahmen im Auftrag der Agentur für Arbeit oder andere Träger – bis die Corona-Epidemie auch im Bildungswerk für eine Neuorganisation sorgte. „Danach konnten wir nicht mehr in dieser Breite agieren wie zuvor. Das lag zum einen an fehlenden Mitteln, zum anderen sind zahlreiche Mitarbeiter aus Altersgründen ausgeschieden.
Standbeine heute sind die Kita, die im Ilm-Kreis, im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und in Hildburghausen unterhalten werden sowie das Kinderheim in Neustadt.