Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Seit 1964 pflegt die Gemeinde Bad Tabarz partnerschaftliche Beziehung zu Vrigne-aux-Bois, einer Gemeinde in den Ardennen. Diese resultiert, wie die vielen anderen, die in den 60er Jahren beschlossen wurden, aus einer Zeit, in der sich die DDR durch offizielle Partnerschaften mit französischen Kommunen ein Stück Legitimität zu verschaffen suchte. An einem wirklichen Austausch zwischen den Menschen hatte die DDR-Führung kein Interesse. Deshalb blieb auch in Tabarz die Kontaktpflege eine Einbahnstraße. Das änderte sich ab 1990, im Oktober jenen Jahres stellten Bürger aus Vrigne-aux-Bois und Tabarz den Freundschaftsvertrag auf neue Füße. Seit 2001 gibt es in der Kommune einen Partnerschaftsverein.
Und der bekam im Frühjahr dieses Jahres einen neuen Vorstand mit Karola Jahn als Vorsitzende, Klaus Klaedtke (Stellvertreter), David Ortmann (Schatzmeister) und Anja Schönemann (Schriftführerin) vervollständigen das Team, das den Freundschaftsgedanken mit neuem Leben erfüllen will. Dazu gehörte auch eine Reise in die Partnerstadt im Arrondissement Sedan. In zahlreichen Gesprächen loteten Vertreter beider Kommunen die Möglichkeiten einer tieferen Zusammenarbeit aus.
Im Ergebnis wird es im kommenden Jahr im Kukuna-Zentrum eine Ausstellung mit Fotografien aus Vrigne-aux-Bois zu sehen sein, während in der Gemeinde in den Ardennen Fotografien vom Bad Tabarzer Peter Ditter gezeigt werden. Ins Auge gefasst wurde auch ein Schüleraustausch, zumal an der Schule in der Partnergemeinde ab der sechsten Klasse Deutsch gelehrt wird. Mehr und mehr soll auf private Kontakte zwischen den Bewohnern der beiden Partnerkommunen gesetzt werden.
Für Bad Tabarzer und ihre Gäste soll die deutsch-französische Freundschaft auf ganz besondere Weise sichtbar gemacht werden. Da, wo sich einst ein Schulgarten befand, der im Laufe der Jahre verwilderte, soll in naher Zukunft ein französischer Garten entstehen. Diese Gartenform bestimmen strenge Symmetrie, geometrische Formen und lange Sichtachsen, wodurch eine klare Struktur entsteht. Welche Pflanzen dort in die Erde kommen, bestimmen auch die Freunde aus den Ardennen mit. Sie werden entsprechende Vorschläge zusammenstellen und den Bad Tabarzern zukommen lassen. Für den Bürgermeister von Bad Tabarz, David Ortmann (SPD) ist bei der Gartengestaltung besonders wichtig, dass er für Einwohner und Gäste gleichermaßen nutzbar ist. Deshalb hält er am Gedanken eines Naschgartens fest. Die Laucha übrigens, die zwischen Kukuna und künftigem Garten fließt, hat durch Renaturierung ihren ursprünglichen Flusslauf zurückbekommen. Ein erster Schritt in diese Richtung.
Foto: Die Laucha im zukünftigen französischen Garten | © Simmen
