Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Wichtel führen ein sehr, sehr geheimes Leben. Kaum einer, der sie zu Gesicht bekommt. Und passiert das, so nimmt es ein böses Ende. Man erinnere sich nur der Heinzelmännchen zu Köln, die so viel Gutes taten und auf nimmer Wiedersehen verschwanden, als die Neugier Menschen nicht ruhen ließ, bis sie ihrer ansichtig wurden. Das war’s dann bis heute mit den guten Geistern. In Bad Tabarz, am Nonnenberg, da, wo der Naturlehrpfad startet, gibt es eine ziemlich große Kolonie an Wichtelmännern und vermutlich auch Wichtelfrauen. Dort scheint es den Winzlingen zu gefallen, denn ihr Dorf wächst. Gesehen hat man, so Bürgermeister David Ortmann, keinen von ihnen. Jedoch offenbart sich dem aufmerksamen Blick ihre kleine Welt: Spielplatz und Stall, Küche und gute Stube. Leitern führen in geheimnisvolle Höhlen. All das ist liebevoll arrangiert und wird auch gepflegt.

„Wer uns damit erfreut, wissen wir nicht, freuen uns aber über die wundervolle Idee.“ Und Ortmann versichert, dass er die Anonymität der kreativen Bad Tabarzerin oder des kreativen Schöpfers respektieren wird. „Sollten sich die Erbauer dieser wundervollen Welt zu erkennen geben, werden wir uns entsprechend bedanken.“ Für ihn ist sie eine Aufwertung des Nonnenbergs, der zu Unrecht im Schatten des Lauchagrunds steht. „Dabei ist er ein interessantes Wandergebiet mit schönen Blicken ins Gothaer Land und auf den Thüringer Wald.“

In der Gemeinde am Fuße des Inselsberges wurde und wird viel getan, um den Ort lebenswert für seine Bürger und interessant für Touristen zu machen. Gegenwärtig entstehen am Tabbs auf einer zwanzig Meter langen Wand Portraits von Stars, die im Kukuna aufgetreten sind. Davon erhofft sich der Bürgermeister nachhaltige Werbung für den Ort. „Was wir auf diese Weise anstoßen, wird von solchen Aktionen wie der Nonnenberger Wichtelwelt unterstützt“, freut er sich.

Nicht nur dort registriert Ortmann Bürgerengagement. Nur ein paar Minuten vom Naturlehrpfad entfernt, gelangt der Wanderer auf den Wachkopf. Hier treffen sich an den Wochenenden Familien. „Und so entstand quasi nebenbei eine Sandkiste. Wenig später lagen die ersten Spielzeuge darin. In der Wanderhütte selbst finden sich Bücher und weitere Spielutensilien für Kinder. Ortmann zeigt auf einen Baum, an dessen Ast ein Herz angebracht ist. „Das sind die kleinen Gesten, die uns freuen.“

Ebenfalls sind am Zimmerberg Heinzelmännchen unterwegs. Sie decken in der Schutzhütte regelmäßig den Tisch, stellen Blumen und Süßwaren für die Wanderer hin. Dass sich Menschen auf diese Weise für ihren Ort engagieren, zeigt, dass die Gemeinde auf den richtigen Weg ist. Und da passt wirklich gut hinein, dass Ziege Lieschen sich entschlossen hat, das Terrain zwischen Hirsch- und Aschenbergstein zu ihrem Revier zu erklären. Damit lockt sie viele Gäste in den Kneipp-Kurort. Der Bürgermeister registriert im Freude, dass die Bad Tabarzer sich mit ihrem Ort identifizieren. Viele Kleinigkeiten schaffen auf diese Weise ein lebens- und liebenswertes Ganzes.

   

Fotos: Eindrücke aus dem Wichteldorf | © Simmen