Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Dr. Jana Beez ist Coach. Ohne Wenn und Aber, mit all ihrer Persönlichkeit. Und sie weiß nur zu gut, dass sich auf diesem Feld viele Scharlatane tummeln, zu viele. Der Beruf sei nicht geschützt, das öffne Türen für unseriöse Anbieter, sagt sie. „Coaching kann jedoch sehr viel bewegen“, sagt sie, „wenn der Trainer nicht darauf aus ist, dem Coachees seine Welt überzustülpen, sondern daran arbeitet in ihm das zu wecken, was ihn voranbringt.“ Beez richtet ihr Angebot an Führungskräfte in Thüringen. Sie weiß, erfolgreich coachen setzt fundiertes Wissen voraus. Das hat sich die Frau gleich mehrfach geholt. Zertifiziert ist sie als systemischer Business Coach, als Chance Manager. Als Workshop Moderatorin und als LINC Trainer. Grundlegendes Wissen eignete sie sich auf der Quadriga Hochschule in Berlin an.

In dieser Stadt ist sie aufgewachsen, hat sie studiert. Und an ihrer Karriere gearbeitet; sehr, sehr zielstrebig, wie Jana Beez betont. Das erste Staatsexamen im Jurastudium brachte sie recht gut hinter sich, das zweite mit Bravour. Das ermöglichte ihr zu promovieren. Eine Chance, die sie sich nicht entgehen ließ. Ihr Wunsch, danach als Richterin oder Staatsanwältin zu arbeiten, erfüllte sich nicht. „Es gab viel mehr Juristennachwuchs als Stellenangebote“, blickt sie zurück. Einen Karriereknick erlebte sie deshalb aber nicht. Stufe um Stufe kletterte die Tochter einer Handwerkefamilie die Erfolgsleiter hinauf. Sie arbeitete als Datenschutzbeauftragte bei studiVZ, Justiziarin und Head of Data Innovation bei Axel Springer, war selbstständige Rechtsanwältin für Datenschutz- und IT-Recht sowie später Vertriebsleiterin bei der Compliance Software Firma Akarion.

Überall wurde ihr Engagement geschätzt, ihre Leistung honoriert. Wer allerdings nicht wirklich zufrieden war, ist Jana Beez. „Irgendwann stellte sich immer wieder heraus, da fehlt mir was, um tatsächlich zufrieden zu sein“, gesteht sie. Und da hat sie gelernt, wer etwas verändern will, muss zuerst bei sich den Hebel ansetzen. Dafür aber braucht es die nötigen Strategien, auch das wurde ihr deutlich. Mit dieser Erkenntnis befand sich die Juristin auf dem Weg zum Coaching. Denn: Manche Veränderung brauche neben der richtigen Einstellung gelegentlich Führung von außen. Zunächst bewegte sie sich auf diesem Feld in Teilzeit. Doch immer deutlicher stellte sich heraus, dass die Frau im Berufsleben angekommen ist, das Coaching genau das ist, was sie will, nämlich Menschen helfen. Dabei helfen, auf ihrem ureigenen Weg voranzukommen, ihren Aufbruchsgeist zu wecken und zu nutzen ermöglichen.

Die Berlinerin, die in Sachsen und Sachsen-Anhalt gewohnt hat, wurde Thüringerin. Der Liebe wegen. Gemeinsam mit ihrem Mann, einem Suhler, lebt sie seit mehr als fünf Jahren in Breitungen an der Werra. Und weil sie mit ihrem Unternehmen zum Mittelstand gehört, wurde sie Mitglied im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), wo sie bald schon zur Beauftragten von Schmalkalden/Meiningen wurde. Als ihr Pendant aus dem Ilm-Kreis, Norbert Wagner, in Ruhestand ging, übernahm sie kurzerhand zum Jahresbeginn diesen Bereich mit. Sich im Ehrenamt für andere einzusetzen, ist ihr wichtig. Mit ihrem Blick von draußen wurde der Unternehmerin schnell klar, dass Thüringer Unternehmen zwar mit anderen aus unterschiedlichen Bundesländern vernetzt sind, allerdings selten mit solchen aus dem eignen. „Das ist schade, da geht viel Potential verloren“, befindet Beez. So sieht sie ihre Aufgabe darin, Netzwerke vor Ort aufzubauen, wobei sie weit entfernt vom Kirchturmdenken ist. Kreisgrenzen dürften keine Rolle spielen. Deshalb lädt sie ihre Mitglieder gern zu Veranstaltungen anderer Kreisverbände ein.

Dass ihr ehrenamtlicher Wirkungskreis nun auch den Ilm-Kreis umfasst, sieht sie nicht als Belastung, im Gegenteil. „Hier gibt es so viele interessante mittelständische Unternehmen. Ich sehe meine Aufgabe auch darin, diese dabei zu unterstützen, sich und ihre Leistungen bekannter zu machen“, sagt Jana Beez.

Foto: Dr. Jana Beez | © Simmen