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An diesem, seinem 237. Geburtstag gab es ein besonderes Geschenk: Die Hey-Linde in Leina, die seit 2009 an der Stelle der altersschwachen Luther-Buche steht, bekam eine Rundbank. Und auch sonst unterschied sich das Geburtstagsständchen von seinen Vorgängern. Traditionell versammeln sich im März Mitglieder des Freundeskreises „Wilhelm Hey“, um des Pfarrers, Lieder- und Fabeldichter zu gedenken, der am 26. März 1789 im Pfarrhaus von Leina zur Welt kam. Dort gibt es einen kleinen Rückblick auf die Aktivitäten des zurückliegenden Jahres und einen Ausblick auf das kommende. Und es werden Lieder von Wilhelm Hey gesungen. Lieder, die längst als Volkslied Allgemeingut geworden sind. Dass sie aus der Feder des Leinaers stammen, wissen freilich die wenigsten.
Das zu ändern, hatte sich ein kleiner Kreis von Frauen und Männern auf die Fahne geschrieben und gründete 2008 im Geburtshaus des Fabeldichters den Freundeskreis. Daraus entwickelte sich in den folgenden Jahren eine tatkräftige Truppe, die von Reinhard Kratochwil und seinem Stellvertreter Dieter Vogel geführt wurde. Hey-Liebhaber aus ganz Deutschland sind heute in der Mitgliederliste zu finden. Im vergangenen Jahr musste der Freundeskreis zwei herbe Verluste hinnehmen. Mit Reinhard Kratochwil und Dieter Vogel verlor er zwei seiner Aktivposten.
In den 18 Jahren seines Wirkens haben die Freundeskreis-Mitglieder zum Pfarrer und Dichter gesammelt und geforscht. Die mittlerweile beachtliche Sammlung zu Leben und Werk ist im Geburtshaus von Wilhelm Hey zu sehen. Um zu erhalten und womöglich fortzuführen, was 2008 begonnen wurde, hat sich Ehefrau Christel Kratochwil Gedanken gemacht. Die Mitbegründerin des Freundeskreises suchte nach einem Weg, den Fortbestand des Vereins zu sichern. In den Dorfkindern Leina fand sie schließlich einen Partner, der sich dieser Aufgabe stellen will.
Dieses Projekt riefen 2020 ein Dutzend junge Leinaer Frauen ins Leben. Unterm Dach des Deutschen Familienverbandes brachten sie frischen Wind ins Dorf. Dabei hatten sie nicht vornehmlich Kinder im Visier, wie der Name vermuten lässt. „Unser Ziel ist es, das kulturelle Leben in Leina auf möglichst vielen Ebnen zu beleben“, sagt Carolin Trott. Der Reigen ihrer Veranstaltungen reicht vom Taschenlampen-Konzert bis hin zum Weinabend, von Kino im Sportlerheim bis zu Adventsveranstaltungen. Nun findet der Freundeskreis „Wilhelm Hey“ bei den Dorfkindern eine neue Heimat. Christel Kratochwil ist fest überzeugt, dass die Erinnerung an den Mann, der solche Lieder wie „Weißt du wieviel Sternlein …“, „Alle Jahre wieder“ oder „Vöglein im hohen Baum“ schuf, lebendig gehalten wird. Dazu will sie die Dorfkinder nach Kräften unterstützen.
Foto: Die Rundbank an der Hey-Linde ist schnell von den Dorfkindern in Beschlag genommen. | © Simmen