Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Im November vor 40 Jahren hob der Belgier Baron Pierre Romeyer gemeinsam mit Jacques Delors, dem Präsidenten der Europäischen Kommission, eine Organisation aus der Taufe, die dem guten Geschmack dient und gleich mehre Ziele verfolgt: Euro-Toques. Romeyer wollte die kulinarischen Traditionen Europas bewahrt wissen, Erzeuger vor Ort unterstützen und einen verantwortlichen Umgang mit Lebensmitteln garantieren. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten am 18. November 1986 die Köche Paul Bocuse aus Frankreich und Gualtiero Marchesi. In Deutschland waren die Köche der ersten Stunde bei Euro-Toques Eckart Witzigmann als Gründungspräsident sowie Heinz Winkler, Hans-Peter Wodarz und Günter Scherrer.

Im September begingen die Mitglieder von Euro-Toques Deutschland ihr Jubiläum standesgemäß mit einer Charity-Gala im Heidelberger Schloss. Den 200 Gästen wurde ein exklusives Sechs-Gang-Menü serviert, für das sich Euro-Toques-Kochlegenden aus Europa mächtig ins Zeug legten. Dass alles wie am Schnürchen ablief hoch überm malerischen Heidelberg, in der Küche nichts ins Stocken kam und am Ende auch alles hübsch angerichtet auf den Tellern lag, dafür sorgte ein Thüringer. Dirk Baumbach aus Ernstroda im Gothaer Land. Er ist Landesbeauftragter von Thüringen für Euro-Toques. Und er hatte den aufreibenden Job übernommen für seine Kollegen alle Zutaten für ihre Gerichte bereitzustellen. Das heißt Menüplan anfertigen, mit den Sponsoren abklären, wer was liefert und bei all dem den Überblick nicht verlieren.

So musste Baumbach dafür sorgen, dass fürs Fingerfood die Vielzahl der Zutaten bereitstand, die Gelbflossenmarkrele für den ersten Gang. In der Folge waren Flusskrebse und Ahrtrüffel gefragt, Pfifferlinge und Wirsing und vieles mehr. „All die hochwertigen Zutaten bekam Euro-Toques von zahlreichen Sponsoren. Und das hat uns natürlich sehr gefreut, denn der Gesamterlös der Veranstaltung ging an die Kinderkrebsforschung“, sagt der Thüringer Küchenmeister. Der übrigens auch dafür verantwortlich war, dass beim Anrichten genügend Teller und fleißige Hände bereitstanden. Auf Zuruf waren Wünsche zu erfüllen. Und das auf unbekanntem Terrain. Spitzenkoch Martin Scharff, der auf dem Heidelberger Schloss sein Restaurant betreibt, hat jedoch vorab seinen Thüringer Kollegen gründlich gebrieft. „Das ging Treppauf- und Treppab und durch Gänge – am Abend habe ich meine Füße nicht mehr gespürt.“ Die beiden Köche kennen sich gut, Scharff und Baumbach haben lange Zeit zusammen auf der Berlinale gekocht.

Euro-Toques Deutschland verlieh zur Jubiläumsfeier auch den Genusskulturpreis. Darüber konnten sich jeweils Sarah Wiener und Ralf Frenzel freuen.

Foto: Im Hauptgang gab es sanft gegarte Ente und Wirsing, Pfifferlingen und Kartoffelbaumkuchen.