Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Ulrike Reinhardt hält eine Menge Leute auf Trab. Jung und Alt gleichermaßen. Und die lassen sich von der Frau gern in Bewegung bringen, finden sie doch so einen Ausgleich zum Alltag, der allzu oft vom langen Sitzen geprägt ist – im Hörsaal oder im Büro. Seit nunmehr 17 Jahren leitet die leidenschaftliche Sportlerin das Universitätssportzentrum in Ilmenau. Unter diesem Dach können alle Studierenden und sämtliche Uni-Mitarbeiter unter 70 Sportarten auswählen. „Da haben wir in der Tat ein richtig großes Angebot von Mannschaftssport bis hin zum Individualsport“, sagt Reinhardt. Dass da zur Absicherung des Trainings ihr vierköpfiges, aus hauptamtlichen Sportlehrern bestehende Team nicht ausreicht, leuchtet ein. „Zum Glück können wir jedoch auf rund 100 ehrenamtliche Kursleiter zurückgreifen“, freut sie sich.
Über ein Online-Tool können sich die Interessenten zunächst über das Programm informieren und dann den Kurs auswählen, der ihren Neigungen entspricht. Meist resultiert daraus wöchentlich ein 90-minütiges Sportprogramm. „Natürlich ist’s unser erstrangiges Ziel die Menschen in Bewegung zu halten“, betont Ulrike Reinhardt. Doch sei auch die soziale Komponente des gemeinsamen Sporttreibens nicht zu unterschätzen. „Wir sorgen mit unserem Angebot dafür, dass sich die Menschen hier wohlfühlen, dass sie sich kennenlernen, dass sie auch jenseits von ihrem Arbeitsalltag und ihrer Studienfachrichtung auch einmal andere Menschen kennenlernen aus einem anderen Kontext und sich hier gut vernetzen können.“ Deshalb sucht man vergebens Kurse die entweder für Studierende oder für Mitarbeiter zugeschnitten sind, die Mischung machts. Ein Teil der Angebote gibt’s auch in Englisch, weil an der TU in Ilmenau viele internationale Studierende eingeschrieben sind.
Besonders gefragt sind Spielsportarten. Volleyball oder Badminton sieht Reinhardt rasch ausgebucht. Aber auch Bogenschießen werde gern angenommen, erzählt sie. Zur Uni gehört eine eigene Bogenschießanlage. „Wer sich für diesen Sport entscheidet, kann sich das nötige Equipment ausleihen, so dass niemand sofort in eine eigne Ausrüstung investieren muss.“ Steigende Nachfrage erzielen auch Kletterkurse. Zumal zur Dreifelder-Halle eine eigne Kletteranlage gehört. Und diese Wand hält schon beachtliche Anforderungen bereit. Das ist übrigens das Feld, auf dem unsere Gesprächspartnerin zu Hause ist: Klettern. „Ebenfalls hier steigt die Nachfrage nach Kursen kontinuierlich.“ Und was Reinhardt und Co. hier den Sportlern vermitteln, macht sie auch fit fürs Klettern draußen am Felsen.
Die einzelnen Sportgruppen organisieren an der Universität Wettkämpfe, dazu werden auch Teams von anderen Universitäten eingeladen. „Das Universitätssportzentrum entsendet häufig Teams zu den Deutschen Hochschulmeisterschaften, die in bis zu 30 Disziplinen ausgetragen werden. Wer sich qualifiziert, für den übernehmen wir die Meldegebühr. Je besser die Sportler abschneiden, um so umfänglicher ist dann auch unsere Unterstützung.“ Aktuell sei ein Wettkämpfer der TU Ilmenau von der Europäischen Hochschulmeisterschaft im Karate zurückgekehrt, die in Tirana stattfand.
Neben der Halle, in die ein Kampfsportraum integriert ist sowie ein Fitnessraum, verfügt der Campus über gepflegte Außenanlagen – Laufbahn, Beachvolleyball-Anlage, Hartplatz und Tennisplätze. Wichtig für die Sportlehrerin sind auch die Sportmöglichkeiten, die sozusagen rund um die Uhr zur Verfügung stehen. „Wir haben zum Beispiel eine Tischtennisplatte, die steht in einer windgeschützten Ecke und wird beleuchtet. Wir wollen, dass die Menschen ganz spontan solche Möglichkeiten nutzen können.“
Foto: Klettern ist ihre Welt. Ulrike Reinhardt bildet auch in dieser Sportart aus. Seit 17 Jahren kümmert sie sich um den Unisport in Ilmenau.