Einmal im Jahr verwandelt sich die Jägerstraße in Elgersburg in eine Kunstmeile. Zugegeben, das ist ein bisschen übertrieben. Allerdings nur ein bisschen. Seit einiger Zeit ist mit Dirk Meier ein vielseitiger Künstler in dieser Straße ansässig. In seiner Galerie zeigt er nicht nur Werke aus seinem Schaffen, sondern bietet auch Raum für andere Kunstschaffende. Gegenüber der Galerie befindet sich das kleine Ofenmuseum, das eine erstaunliche Zahl an Gussöfen in einer ehemaligen Scheune präsentiert.
„Wenn wir schon räumlich so nah beieinander sind“, sagt Meier, „dann liegt es doch nah, auch gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.“ Deshalb laden Museumschef André Thiel und Galerist Dirk Meier am 2. und am 3. Mai zu einem Fest der besonderen Art ein, nicht zum ersten Male übrigens. Historische Öfen und Kunst, da sind sich die beiden sicher, ist eine gelungene Mischung, die viele Besucher anzieht.
Ehe Meier sich 2025 in Elgersburg niederließ, lebte der Künstler insgesamt fünf Jahre in Kanada. Dass er schließlich zurückkehrte, hat mit Heimweh zu tun. Jedenfalls wollte seine Ehefrau wieder in Deutschland leben. In der Jägerstraße unterhalb von Schloss Elgersburg fanden die beiden das geeignete Objekt. Seine Galerie eröffnete der Künstler schließlich im Sommer 2025. Seitdem hat er mit mehreren Ausstellungen, die seine und Werke von Künstlerkollegen vereinten, das kulturelle Leben seiner neuen Heimat bereichert.
Dirk Meier hat sich einmal der Op Art verschrieben, in dem er mit optischen Illusionen in schwarz und weiß spielt. Dabei entstehen Bilder, die sich nicht auf dem ersten Blick erschließen, jedoch sich in scheinbar fließender Bewegung zu einem Ganzen fügen. Andererseits „malt“ der Künstler, der aus dem kleinen Roda nahe Ilmenau stammt, Bilder mit Holz. Aus farbigen, geometrischen Figuren entwickelt er Bildmotive. Das habe allerdings so gar nichts mit 3D-Objekten zu tun, betont Meier. Mit dieser Technik verleiht er seinen Bildern eine erstaunliche Tiefe. Mit großer handwerklicher Fertigkeit und künstlerischem Geschick schafft er farbenfrohe Werke.
Davon können sich Interessenten am ersten Mai-Wochenende überzeugen. Am Samstag gibt es neben Kunst und historischen Werten auch handfeste kulinarische Kost. Dafür sorgt Museumschef Thiel. Sonntag dann wird zur Kaffeetafel geladen, wobei natürlich hausgebackener Kuchen auf den Tisch kommt. Diesen Part übernimmt Familie Meier.
Foto: Dirk Meier vor einem seiner Bilder, die aus geomatrischen Holzteilchen gestaltet werden. | © Simmen