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Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Sie sind zu acht, acht Frauen und Männer mit unterschiedlichen beruflichen Biografien. Was sie eint, ist ihr Engagement im Thüringer Bogen, in der Region des Landkreises Gotha und des Ilm-Kreises also. Und sie alle wirken auf die eine oder andere Weise eben auch weit darüber hinaus. Und das prädestiniert sie für ihr Ehrenamt als Botschafter des Thüringer Bogens. Warum sie diese Rolle übernommen haben, warum sie sich als Botschafter einer besonderen Region sehen, das erzählen sie in dieser Reihe. Diesmal kommt Franz-Josef Willems zu Wort, Geschäftsführer der EPC Engineering & Technolgies GmbH in Arnstadt.

Herr Willems, Geschäftsführer eines international tätigen Chemieanlagenbauers zu sein, fordert ganzen Einsatz. Hinzu kommen noch einige Ehrenamtsposten, wie etwa Vorsitzender des Vorstandes vom Verein Initiative Erfurter Kreuz. Nun haben Sie sich entschlossen, auch als Botschafter des Thüringer Bogens aktiv zu sein. Waren Sie rasch zu überzeugen?

Ganz schnell. Denn vor der Ernennung zum Botschafter habe ich das bereits gemacht, was von einem solchen erwartet wird. Mit anderen Worten, der Aufwand, der sich für mich aus diesem Amt ergibt, ist marginal, weil ich schon seit Jahrzehnten in dieser Richtung aktiv bin. Ob ich privat Besuch empfange oder dienstlich, mir ist es immer gelungen, die Menschen von Thüringen zu begeistern. Also gab es gar keinen Grund, sich der Ernennung zu verweigern.

Es ist unschwer zu erraten, dass Sie kein Thüringer sind. Woher also Ihre Leidenschaft für den Freistaat?

Ich lebe jetzt 26 Jahre in Thüringen. Hier habe ich mich beruflich entwickeln können, hier habe ich meine Frau, eine waschechte Thüringerin, kennengelernt, hier habe ich eine Familie gegründet. Und wo der Mensch das tut, findet er auch seine Heimat. Also sagen Sie nicht, ich sei kein richtiger Thüringer. Das kann man auch sein, selbst wenn man aus Aachen kommt.

Was hat Sie hierher verschlagen?

Die Arbeit. Mein Arbeitgeber baute damals eine Fabrik im Gewerbegebiet Großruderstedt auf, dafür wurde ein Geschäftsführer gesucht. Ich habe nicht schnell genug nein gesagt und sah mich unversehens auf dem Weg nach Thüringen. Damals war ich 28 Jahre alt.

Mit welchen Vorstellungen machten Sie sich auf den Weg?

Vorstellungen? Ich hatte keine. Das Einzige, was ich mitbrachte, war Neugier. Ich bin auf dem Land aufgewachsen, unweit von Aachen. Viel hatte ich von der Welt nicht gesehen. Bauern sind ihrer Scholle treu. In den Sommerferien ging’s maximal an einen See in der Eifel, nur ein paar Kilometer von unserem Bauernhof entfernt.

Und dann Thüringen. Was ja auch nicht wirklich die große, weite Welt ist.

Ich sage es mal so, Erfurt und Aachen sind von der Größe her vergleichbar. In Aachen hatte ich studiert. Und wer, so wie ich, sein Studentenleben ordentlich auslebt, hat auch das Nachtleben in der Stadt genossen. Das habe ich in Erfurt, so wie ich es kannte, vergeblich gesucht.

Also: Enttäuschung auf ganzer Linie?

Gar nicht. Ich fand die Thüringer sehr aufgeschlossen. Ich weiß, manch einer, der vom Westen in die Mitte Deutschlands gegangen ist, sieht das anders. Trotzdem, ich bleibe bei meiner Meinung, weil ich fest davon überzeugt bin, dass die Menschen hier offen sind. Ich meine, es ist immer eine Frage, wie man den Einzelnen anspricht. Und, im Vertrauen, ich bin ossimiliert, wie ich immer augenzwinkernd sagte.

Was zeigen Sie Ihren Gästen, um sie von Thüringen zu begeistern?

Das ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Konzept: Kultur, Tradition und Natur. Unsere Firma agiert viel in China. Sind Vertreter zu Verhandlungen hier, gibt’s zur Auflockerung der harten Verhandlungsgespräche auch eine Rundfahrt durch Thüringen. Weimar mit Goethe, Erfurt mit seiner Geschichte, die Heidecksburg und die Wachsenburg sowie Oberhof mit seinen Sportstätten stehen auf dem Programm. Und, um bei Goethe zu bleiben, natürlich besuchen wir auch den Kickelhahn. Ich habe ebenfalls mit Gästen schon Mountainbike-Touren durch den Thüringer Wald gemacht.

Und die Thüringer Bratwurst spielt keine Rolle?

Wer kommt schon an der Thüringer Bratwurst vorbei?! Bei uns ist es Tradition, dass mittags in der Verhandlungspause Thüringens bekanntestes Kulturgut serviert wird, außer es sind Gäste, die aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen. Erstaunlich für mich, die Thüringer Bratwurst kennt nahezu jeder. Auch wenn er nicht genau weiß, wo es denn liegt, dieses Thüringen.

Wie erklären Sie Thüringens Lage in Deutschland?

Ganz einfach: Zwischen Berlin und München, in der Mitte des Landes also. Damit können auch die Chinesen etwas anfangen.

Herr Willems, wir führen unser Gespräch am 11.11. Sie sind Rheinländer. Aber rein gar nichts deutet in Ihrem Büro auf den Start in die fünfte Jahreszeit hin.

Ich habe während meiner Studentenzeit den Karneval ausgekostet. In den Tagen um Rosenmontag herrschte bei mir der Ausnahmezustand. Doch das hat für mich ausgereicht. Ich habe genug Karneval gefeiert. Bei uns im Haus gibt’s später dann für jeden Mitarbeiter einen Pfannkuchen, das war es dann aber auch.

Bei Beruf und so viel Ehrenamt scheint die Frage nach Hobbys müßig?

Dort steht mein Mountainbike. Und das nutze ich auch. Touren durch den Thüringer Wald sind wunderschön. Aber auch Wandern liebe ich und tue das in einer Gruppe so oft, wie ich die Zeit finde. Und ich schraube leidenschaftlich gern an allem herum, was einen Motor hat.

Oldtimer-Sammler also?

Das kann man nicht sagen. Ich habe vier Fahrzeuge zu Hause, darunter ist mit einem alten Multicar auch ein Oldie, doch die anderen stammen aus den 80er Jahren. Damals hätte ich die Autos gerne gehabt, konnte sie mir aber nicht leisten.

Herr Willems, wir danken für das Gespräch.

Bild: Ein Mitarbeiter von Franz-Josef Willems spielt erfolgreich Rollstuhl-Basketball bei den Thuringia Bulls in Elxleben. Das Trikot, das er in der Nationalmannschaft trug, hängt beim Geschäftsführer unter Glas im Büro. | © Klaus-Dieter Simmen

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