Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Kann der Mensch die Künstliche Intelligenz (KI) dazu bringen Fehler zu machen? Er kann! Die Zehntklässler der Regelschule „Geratal“ in Geraberg jedenfalls scheiterten nicht an dieser Aufgabenstellung. Daran ändert auch nichts, dass mit Ralf Jonscher ihr Lehrer bei der Lösung die Nase vorn hatte. Am Ende zwangen fast alle der 20 Schüler die KI auf diese Weise in die Knie. Der zweite Mittwoch im November 2025 hielt für die jungen Leute einen besonderen Unterrichtstag bereit. Das Projekt „KI mach Schule“ war in der Geraberger Bildungseinrichtung zu Gast.
„Als wir das Angebot bekamen, haben wir nicht gezögert“, sagt Jonscher, stellvertretender Schulleiter an der Regelschule. Dazu sei das Thema zu wichtig. Unter den angebotenen Modulen entschied sich das Kollegium für autonomes Fahren. „Das spielt in Ilmenau, also in unserer Region, eine besondere Bedeutung“, sagt der Lehrer, „so dass es auch einen Praxisbezug gibt.“ Das Thema habe die Schüler rasch eingefangen. Denn bei KI und autonomen Fahren geht es nicht nur um die technische Seite. Ebenso bedeutungsvoll ist die Frage nach der ethischen Verantwortung. Ein Auto, ausgerüstet mit Spracherkennung und Sprachsteuerung, ist ein perfektes Abhörgerät. Viele Sensoren messen den körperlichen und mentalen Zustand der Passagiere, erheben also Daten, die ohne Wissen der Betreffenden weitergegeben werden könnten. Diese und weitere spannende Fragen diskutierten die Zehntklässler mit den beiden Referenten vom bundesweiten Projekt „KI macht Schule“.
Dabei sind die Referenten selbst noch Lernende. Sowohl Miriam Nowotny als auch Katrin Kettrich studieren an der Bauhaus-Universität in Weimar. Selbst wenn die zehnte Klasse an der Geratal-Schule keine reine Tablet-Klasse ist, arbeiten doch bereits viele Schüler mit dem Rechner. „Das sind aber ihre eigenen“, erklärt Ralf Jonscher, „die nach Absprache mit den Fachlehrern benutzt werden.“ An diesem besonderen Unterrichtstag werden die Mädchen und Jungen auch mit der Struktur von KI vertraut gemacht. Damit kennt sich Jonas Höckendorff schon ganz gut aus. Der Schüler benutzt die KI, wenn er etwas bestimmtes wissen will. „Und natürlich auch bei Hausaufgaben“, sagt er. Deshalb braucht er auch nicht wirklich lange, um die KI zu einem Fehler zu zwingen.
Fraglos ist die KI etwas, das dem Menschen gefährlich werden kann. Vor allem dann, wenn andere Menschen sie so bedienen, dass durch die künstliche Intelligenz ein falscher Sachverhalt vermittelt wird. Und wenn sie für den Adressaten der Fake-News ein Brief mit sieben Siegeln ist. Um dem entgegenzuwirken, setzen die Pädagogen der Regelschule in Geraberg auf „KI macht Schule“. Deshalb, sagt Lehrer Jonscher, werden auch weitere Unterrichtstage wie dieser folgen …
Foto: Die Referentinnen erklären den Schülerinnen und Schülern die Aufgabe | © Simmen