Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Ein Dorf hält Hof. Und das macht jenen, die ihre Hoftore für Jedermann weit öffnen, offenbar ebenso viel Spaß, wie jenen, die gern die Gelegenheit nutzen, einen Blick in historisch gewachsene Bauernhöfe zu werfen. Zwar sind die Offenen Höfe in Holzhausen noch eine vergleichsweise junge Veranstaltung im Amt Wachsenburg, doch hat sich weit über die Grenzen der Region herumgesprochen, dass sich ein Besuch lohnt. Die Veranstaltung verbindet historische Hofstrukturen, lokale Vereine, Kunsthandwerk und kulinarische Traditionen. Pfingstsonntag lockten die Offenen Höfe bereits zum dritten Male Besucher in den beschaulichen Ort am Fuß der Wachsenburg, der 786 erstmals erwähnt wurde.

Dabei pflegt das Haufendorf schon seit Jahren eine lebendige Hofkultur. Zu einzelnen Anlässen öffnen Vereine, das Otto-Knöpfer-Haus und Familienhöfe ihre Tore. Viele Anwesen in Holzhausen besitzen noch traditionelle Scheunen, Innenhöfe und Nebengebäude, die sich ideal für Ausstellungen, Handwerk und kulinarische Angebote eignen. Um 2022 wurde diese Kulisse erstmals im Advent von mehreren Familien auf diese Weise belebt. Daraus entstand die Idee: Warum also nicht regelmäßig die Hoftore öffnen? Simone Menge scharte eine Reihe Mitstreiter um sich und im Frühjahr 2024 starteten die Erstauflage. Und die wurde gleich zu einem tollen Erfolg, so dass im Advent schon zum zweiten Male die historischen Höfe besucht werden konnten. Die Adventsvariante hat sich zu einem besonders atmosphärischen Ereignis entwickelt.

Was keinesfalls bedeutet, dass im Frühjahr die Stimmung weniger begeisternd ist. Das zeigte sich am Pfingstsonntag erneut eindrucksvoll. Scharen interessierter Besucher bummelten durchs Dorf, ließen sich vom Charme der einzelnen Höfe bezaubern. Interessant auch das Otto-Knöpfer-Haus, in dem der Thüringer Landschaftsmaler, der 1911 zur Welt kam, seine Kindheit verbrachte. Das hübsche Fachwerkhaus ist nicht nur zu solchen Veranstaltungen ein beliebter Treffpunkt. Hier wird die Erinnerung an den bedeutenden Maler der Drei-Gleichen-Region wachgehalten. Und es zeigt Werke, Fotos und Dokumente zur dörflichen Lebenswelt des 20. Jahrhunderts.

Die offenen Höfe im Advent sollten sich Liebhaber dieses Formats jetzt schon im Kalender notieren.

Foto: In den offenen Höfen gab es einiges zu bestaunen | © Simmen