Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Wo andere aufgeben, fangen wir erst an! Zugegeben, ein ziemlich markiger Slogan, mit dem die Firma ibl Maschinenbau auf sich aufmerksam macht. Die Kunden des Unternehmens mit Sitz in der Langensalzaer Straße in Gotha allerdings wissen: Dort arbeiten keine Sprücheklopfer, sondern Fachleute, die ihr Handwerk verstehen und um Ideen nicht verlegen sind. Das sei Grundvoraussetzung, um im Sondermaschinenbau erfolgreich zu sein, sagt Uwe Linder. Er ist seit 2000 im Betrieb und seit 2011 als Geschäftsführer tätig.
Das Gothaer Unternehmen verändert die Welt, nämlich die Arbeitswelt in vielen Betrieben. Kunden klopfen an die Tür mit der Idee manuelle Arbeit durch Automatisierung zu ersetzten. So wie die Firma, in der Solarmodule montiert werden. Dabei ist auch zeitaufwändige Handarbeit nötig. Besser: Das war nötig, denn das Team um Uwe Lindner entwickelte eine Maschine, die das nun erledigt, viel schneller natürlich. Selbst im Hochbau, bei Verschalungsarbeiten, kommt eine Maschine zum Einsatz, die in Gotha erdacht wurde. Das sei übrigen die bislang größte, die in seinem Betrieb gebaut wurde, sagt Lindner, mit 18 mal 12 Meter.
Kunden zwischen Bodensee und Berlin profitieren vom Erfindungsreichtum der Gothaer Konstrukteure. „Es gibt Betriebe, für die bauen wir schon seit den 90er Jahren Maschinen und es kommen immer wieder neue Aufträge. Für einen Geschäftspartner haben wir weit mehr als 100 Sondermaschinen angefertigt.“ Uwe Lindner ist mit der Auftragslage nicht unzufrieden. „Aber es könnte besser laufen.“ Die Probleme der Autoindustrie machen sich deutlich bemerkbar. „Dabei haben wir gerade in den ersten Jahren viele Aufträge aus dieser Branche bekommen.“ Die Krisen, die das Land getroffen hat, gingen auch an ibl nicht spurlos vorbei. Dass die Firma noch glimpflich davonkam, dafür sorgte ein weiteres Standbein – nämlich Lohnfertigung. Auf CNC-Fräsen und CNC-Drehbänken entstanden Teile im Kundenauftrag.
Sondermaschinen werden nicht einfach hoppla hopp gebaut. Je nach Komplexität können sie schon mal für viele Wochen das Team binden. „Man kann von drei Schritten ausgehen: Zuerst wird konstruiert, dann wird Material gekauft und bearbeitet und zum Schluss wird die Maschine montiert“, erläutert der Geschäftsführer. Selbst wenn der Kunde eine Anzahlung leistet, nennenswerter Umsatz wird in dieser Zeit nicht gemacht. Die laufenden Kosten müssen trotzdem bestritten werden. „Ich würde mir wünschen, dass für solche Fälle die Banken für uns verlässliche Partner wären und uns beim Überbrücken dieser Zeit zur Seite stünden“, erhofft sich Lindner, bislang vergeblich.
Gegründet wurde ibl unter anderem Namen 1990, als Ingenieurbüro. Thomas Liening richtete in seinem Haus in Sonneborn ein Büro ein, in dem er Maschinen nach Kundenwünschen konstruierte. Den Bau allerdings überließ er anderen. Bis er sich entschloss, auch das künftig selbst zu übernehmen. In der Langensalzaer Straße in Gotha fand er die entsprechenden Räumlichkeiten und zog 1995 um, stellte die nötigen Fachleute ein und startete ein Jahr später mit der ibl Automaten GmbH mit seinem Maschinenbau in eine neue Zeit. Nach dem frühen Tod des Unternehmensgründers übernahm der Partner alle Anteile und führte die Firma fort.
Heute arbeiten dort sieben Mitarbeiter. Gern würde Lindner die eine oder andere Fachkraft einstellen. Das erweise sich als schwierig, sagt er, denn Facharbeiter sind rar gesät. „Wir können weder Seiteneinsteiger, noch Hilfsarbeiter einstellen, sondern brauchen gut ausgebildetes Personal, das eigenverantwortlich arbeiten kann.“ Mittlerweile nimmt die Zahl der Bewerbungen wieder zu, wenn auch zaghaft. Das aber gibt dem Geschäftsführer Zuversicht. Und er ist fest überzeugt, ein Unternehmen, das Kostenoptimierung und Null-Fehler-Produktion für viele Firmen bringt, hat Zukunft. Auch in Zeiten, wo es nicht so gut läuft.
Foto: v.l. Jörg Stoye und Geschäftsführer Uwe Lindner | © Simmen