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Da ist Nero, der zum Helden wird. Mit seiner Schulklasse besucht er das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald. Der Leser wird ihn dabei und im Verlauf der weiteren Geschichte begleiten. Er wird Kelvin kennenlernen, Leo den Klassenclown und Herrn Kubus sowie viele andere. Menschen, die einem im Alltag begegnen können, beim Einkaufen oder im Bus. Aber hier, im Buch von Nils Rönnpagel, müssen sie das Leben leben, das ihnen der Autor auf den Leib geschrieben hat. „Jede der Personen existiert auf ihre Weise in der Realität, in meinem Buch habe ich sie in meine Welt verpflanzt“, sagt er. Der 25-Jährige hatte schon immer eine diebische Freude daran, beim Lesen seinem Kopfkino freien Lauf zu lassen oder spontane Bilder zu einer Geschichte zu verknüpfen.
Und jetzt hat er sich sein eigenes Abenteuer ausgedacht und aufgeschrieben. Eigentlich mehr für sich, aber dann hat er doch beschlossen, es zu veröffentlichen und damit anderen Zugang zu dieser Welt zu ermöglichen. Die Geschichte ist einerseits real und sie führt gleichermaßen in eine Fantasiewelt. In letzterer geht es um einen geheimnisvollen, heiligen Speer, um Nazis und um Geheimnisse, die den Lauf der Welt verändern können. Dass der Autor seine Protagonisten in der Gedenkstätte Buchenwald auf den Weg ins Abenteuer schickt, hat ganz profane Gründe. „Ich starte das Buch in meiner Heimat, hier kenne ich mich aus und kann schreiben und insbesondere beschreiben, ohne Recherchen über eine Landschaft anstellen zu müssen.“ Später dann wird im Buch die Geschichte dieses 1938 eröffneten Konzentrationslagers erzählt, bettet Rönnpagel die Ereignisse um Lagerleiter Koch und seine Ehefrau Ilse, die als Hexe von Buchenwald in die Historie einging, in seine Erzählung ein.
Derzeit arbeitet der Autor bereits an der Fortsetzung. Insgesamt, so verrät er, hat er für die Geschichte um den geheimnisvollen Speer 16 Bände veranschlagt. Ob er alle, so wie sein Erstlingswerk im Selfpublishing bei Amazon veröffentlicht, oder ob er für die folgenden Bände seiner Fantasy-Geschichte einen Verleger findet, wird sich zeigen. Auf jeden Fall ist der junge Mann aus Waltershausen offen für die eine oder andere Entwicklung. Sicher ist, dass sein Erstlingswerk auch in polnischer Sprache erschienen ist. Für die Übersetzung sorgte seine Lebenspartnerin, eine Polin.
Wann immer sich Gelegenheit bietet, spinnt Rönnpagel seine Fantasy-Geschichte weiter. Ob in der Mittagspause oder wenn seine beiden Kinder Mittagsschlaf halten – der Autor nimmt sich die Zeit zum Fabulieren. Das ist gut so, denn 16 Bände wollen gefüllt sein …
Foto: Nils Rönnpagel bei der Arbeit | © Simmen