Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Es sei, sagt Olaf Mollenhauer, sein zweites Baby. Und das feiert zehnten Geburtstag, in herausfordernden Zeiten. Doch das treffe ihn schließlich nicht allein, sagt er. Viele Unternehmen haben’s derzeit schwer und müssen kämpfen. Nicht wenige sogar ums Überleben. Das gilt besonders für jene, die eine dünne Liquiditätsdecke haben. Als Mollenhauer vor einem Jahrzehnt die KOMPASS GmbH gründete, zeigte sich die Welt weniger turbulent. Der Ingenieur und Unternehmer blickt im Jubiläumsjahr hingegen auf eine komplizierte wirtschaftliche Situation. Immerhin generiert KOMPASS den größten Teil seines Umsatzes in den USA. Und von da werden widersprüchliche Signale in die Welt gesendet. „Wir lassen uns jedoch von diesem politischen Getöse einfach nicht mehr beeinflussen“, sagt Firmengründer und Geschäftsführer Mollenhauer.

Das Ilmenauer Unternehmen habe sich mit den Partnern in den Staaten erfolgreich verständigt. „Und wir sind uns einig: Wir richten unsere wirtschaftliche Zusammenarbeit für die Zukunft aus. Und da gibt es doch jetzt sehr, sehr positive Ansätze für die nächsten Jahre.“ Natürlich weiß er, noch muss im Tal der Tränen eine Wegstrecke bewältigt werden, allerdings sind die Erfolgsaussichten bereits vor Augen. Und das liegt auch daran, dass im Ilmenauer Gewerbegebiet „Am Wald“ an sehr spannenden Themen gearbeitet wird. „Wir sind ja ein Technologieunternehmen, das immer wieder neue Herausforderungen annimmt. Und wir haben besonders im Bereich der Sensorik interessante Applikationen, die deutlich über das von uns bisher betriebene Umweltmonitoring hinausgehen“ informiert Mollenhauer.

Die Rede ist von Sensor-Arrays, also einer Gruppe von Sensoren, die in einem bestimmten Muster angeordnet sind, um komplizierte Messungen vorzunehmen. Die Ilmenauer Innovationen werden zwar quasi im Wald entwickelt, sind jedoch für den Einsatz in maritimer Umgebung vorgesehen. „Dabei geht es weder um Lagerstättenerkundung noch um Schatzsuche auf dem Meeresgrund, sondern Ziel ist kritische Infrastruktur im Meer zu überwachen“, informiert der Geschäftsführer. Das betreffe die Sicherstellung der Energieversorgung durch Offshore Windparks. Davon verspricht sich das Unternehmen eine leuchtende Zukunft. „In diesem Jahr wollen wir dieses Geschäftsfeld unter realen Praxisbedingungen systematische testen.“

Dabei will KOMPASS nicht unterm Meeresspiegel bleiben. Man könne diese Technologie auch an Land einsetzen, erläutert der Geschäftsführer. „Das Neue dabei ist, dass wir mit einem Sensornetzwerk arbeiten, nicht mehr mit einzelnen Sensoren, um sagen zu können, wo die metallischen Objekte sind und auch um was für Material es sich handelt.“ Mollenhauer ist felsenfest überzeugt: Wenn dieses Thema greift, dann ist das Wachstum für die nächsten Jahre gut gesichert. Und das werde zweistellig sein.
Für die nächsten fünf Jahre will der Ingenieur noch an Bord bleiben. Wobei der Plan war mit rund 20 Mitarbeitern Technologien zu entwickeln und gleichzeitig die starke Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zu forcieren. Das ist zumindest in einem Punkt hinfällig: Mit 20 Mitarbeitern kommt KOMPASS künftig nicht mehr aus. Das Thema der Sensor-Arrays hat nicht nur den Ingenieur, sondern gleichermaßen auch den Unternehmer gepackt. Nach Mollenhauers vorsichtiger Schätzung sind bald schon rund 100 Mitarbeiter oder mehr sogar nötig. Den wesentlichen Teil dieser Entwicklung will er noch mitgestalten, ehe er den Hut nimmt. Das eigentliche Wachstum soll dann in den Händen Jüngerer liegen.

Anfang der 80er Jahre kam der in Mecklenburg und Berlin aufgewachsene junge Mann als Student nach Ilmenau. „Mich lockte das Renommee der TU Ilmenau. Sie war anerkannt und die einzige technische Ausbildungseinrichtung, die im internationalen Hochschultag vertreten war. Das heißt, damals wurde schon das Diplom weltweit anerkannt.“ Und Olaf Mollenhauer blieb, arbeitete zunächst als Assistent an der Uni und gründete später seine erste Firma.

Mit seinem zweiten Baby übrigens heimste er auf der Erfindermesse in Nürnberg insgesamt vier Goldmedaillen ein. Unter anderem für ein System, mit dem es möglich ist, Medikamente fälschungssicher zu machen.

Foto: Olaf Mollenhauer (l.) im Gespräch mit Mitarbeiter Peter Kühlein | © KOMPASS GmbH