Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Ihre Affinität zur Literatur hat Gundula Zugwurst gleich mehrfach unter Beweis gestellt. So hat die Friseurmeisterin in ihrem Wohnort Remstädt vor zwei Jahren eine Bücherzelle aufgestellt. Die umfunktionierte Telefonzelle wird seitdem von Groß und klein im Dorf eifrig genutzt, um Bücher zu tauschen oder frischen Lesestoff zu finden. Am Wochenende beteiligte sich die junge Frau an der Reihe „Lesen an ungewöhnlichen Orten für Kinder“, die schon seit Jahren regelmäßig von der Stadtbibliothek „Heinrich Heine“ in Gotha initiiert wird.
In diesem Frühjahr luden die Mitarbeiter der Stadtbibliothek bereits zum Technischen Hilfswerk und in die Apotheke an der Orangerie zum Vorlesen ein – Orte also, die nicht einmal auf den zweiten Blick mit Büchern in Verbindung gebracht werden. Fortsetzung also gab es nun im Remstädter Friseursalon „Schnibbel Di Schnapp“ bei Gundula Zugwurst.
Das Konzept ist einfach: Den Kindern wird eine Geschichte vorgelesen, dann stellt ein Vertreter des Ortes diesen vor. In diesem Falle erläuterte die Friseurmeisterin den Kindern ihren Berufsalltag. Zuvor jedoch hatte sie ihnen aus einem Buch vorgelesen, das zum ungewöhnlichen Leseort passte: Haarwaschtag von Ruth Löbner. Danach konnten sich die Mädchen und Jungen vertrauensvoll in die Hände der Friseurmeisterin begeben. Die Mädchen bekamen die Haare kunstvoll geflochten, die Jungs konnten sich über ein Haartattoo freuen. Außerdem hatten Vertreter der „Heinrich-Heine-Bibliothek“ eine Bücherkiste zum Stöbern mitgebracht.
Die Frühjahrsreihe endet am 20. Juni auf dem Tennisplatz in der Reinhardsbrunner Straße. Im November setzt die Gothaer Stadtbibliothek das Lesen an ungewöhnlichen Orten fort. Man darf gespannt sein, welche Leseorte die Herbstreihe bereit hält.
Foto: Neben literarischen Einblicken und Informationen über der Beruf der Friseuse bekamen die kleinen Gäste eine hübsche Frisur | © Simmen