Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Auszubildende als billige Arbeitskräfte? Das, sagt Helmut Zentgraf, gehöre längst einer anderen Zeit an. Der Mann muss es wissen, ist er doch seit Jahrzehnten Werkleiter bei der Firma Eberhard in Ohrdruf. Das Familienunternehmen mit Sitz in Nordheim fertigt auch in Thüringen Präzisionsteile aus Metall – seit 1992. „Wir bilden ausschließlich für uns aus“, bekräftigt Zentgraf. Das Unternehmen stellt hochwertige Komponenten für den nationalen und internationalen Markt her. „Und dafür brauchen wir bestens ausgebildete Facharbeiter“, sagt der Werkleiter. Da diese auf dem Markt rar gesät sind, setzt das Unternehmen auf Eigeninitiative.
Auch das erfordert besonderes Engagement. Im aktuellen Ausbildungsjahr gibt es bei Eberhard in Ohrdruf keinen Auszubildenden. Es konnte schlicht kein geeigneter Bewerber gefunden werden. Doch im September 2026 startet wieder ein Schulabgänger seine Lehrer in dem Präzisionsteile-Hersteller. Damit er bald Gesellschaft bekommt, ist das Unternehmen am 27. Februar erneut auf der nunmehr schon 7. Ausbildungs- und Stellenbörse in der Goldberghalle vertreten. Für viele Betriebe und Einrichtungen ist diese Veranstaltung fest im Jahreskalender verankert. „Natürlich auch für uns“, betont Zentgraf. Dabei sucht ‚Eberhard immer nach neuen Wegen, sich möglichen Interessenten zu präsentieren. „In diesem Jahr haben wir zwei Rollups, auf den die beiden Ausbildungsrichtungen – Zerspanungsmechaniker in den Fachrichtungen Präzisionsteile und Schleiftechnik – vorgestellt werden. Und wenn der QR-Code eigescannt wird, kommen Auszubildende zu Wort, die erzählen, wie der Alltag in dem Familienbetrieb aussieht.
„Wir wollen deutlich machen, wer bei uns arbeitet, der erledigt keinen 0815-Job“, sagt Helmut Zentgraf. „Die Aufträge stellen den Einzelnen immer wieder vor neue Herausforderungen. Und er muss die Aufgabenstellung von Grund auf in eigner Regie abarbeiten.“ Das heißt vom Einrichten der Maschine bis hin zur abschließenden Qualitätskontrolle – all das obliegt dem Facharbeiter. Deshalb setzt die Firma Eberhard alles daran, dass die Auszubildenden, umfassend auf ihren Beruf vorbereitet werden. Dazu gehört auch die enge Kooperation mit dem Firmenausbildungsverbund Gotha, wo ergänzend das vermittelt wird, was im Unternehmen nicht geleistet werden kann. Die Berufsschule hat ihren Sitz in Gotha, was der Werkleiter ebenfalls als großen Vorteil sieht. Zumal das Berufsschulzentrum „Hugo Mairich“ für seine qualitative theoretische Ausbildung mehrfach geehrt wurde.
„Mein bester Mann ist eine Frau“, sagt Helmut Zentgraf lächelnd. Und ein Eigengewächs. Romy Simon bringt nicht nur in hohem Maße mit, was der Beruf fordert, nämlich technisches Verständnis, handwerkliches Geschick und gute mathematische Kenntnisse. Sie hat auch ein Händchen beim Umgang mit den Neuen. „Deshalb kümmert sie sich in der Ohrdrufer Niederlassung um die Auszubildenden. „Aber nicht nur Romy allein“, ergänzt Zentgraf. „Ab dem ersten Ausbildungstag sehen sie sich in das Unternehmen integriert. Mit seinem Wissen hält bei uns keiner hinterm Berg.“ Von Beginn an erhalten auch Auszubildende 30 Urlaubstage. Nach dem ersten Halbjahr können sie sich über Vermögenswirksame Leistungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld freuen. Und der Job bei Eberhard bietet maximale Sicherheit. „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Präzisionsbearbeitung in Deutschland eine glänzende Zukunft hat!“
Foto: Mein bester Mann ist ein Frau, sagt Werkleiter Zentgraf. Romy Simon ist nicht nur Top in ihrem Job, sondern kümmert sich auch um die Auszubildenden beim Präzisionsteile-Hersteller Eberhard. | © Eberhard Präzisionsteile