Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Ist er nun Thüringens jüngster Fachschullehrer oder ist er’s nicht? Moritz Schreiber wiegt abschätzend den Kopf. „Sagen wir, ich bin einer der jüngsten auf diesem Gebiet“, sagt er, „damit befinden wir uns auf der richtigen Seite.“ Als der Berliner sein Studium an der Fachhochschule für Verkehrs- und Transportwesen in Erfurt begann, stand noch nicht im Detail fest, welchen beruflichen Weg er einschlagen will. Viele Möglichkeiten standen ihm nach dem Dualen Studium offen. Während seiner Studienzeit gehörte auch Unterricht an der Fachschule in Gotha zur Ausbildung. Am dortigen Eisenbahn-Betriebsfeld lässt sich Arbeitsalltag am Modell simulieren. Und hier in Gotha, habe es ihm von Anfang an gut gefallen, sagt er. Kein Wunder, wer hat schon Gelegenheit eine Modelleisenbahn zu bedienen, die nicht nur durch mehrere Zimmer fährt, sondern Bedingungen unterworfen ist, die der Realität entsprechen.
„Ja, und mit Ende meines Studiums bekam ich dann die Information, dass die Fachschule händeringend Lehrernachwuchs sucht.“ Und dann sei urplötzlich dieser Gedanke da gewesen, an der Schule zu bleiben und künftige Verkehrstechniker auszubilden. „Wenn ich während meines Studiums Vorträge halten musste, hat mir das immer Spaß gemacht. Und ich konnte mir vorstellen, daraus einen Beruf zu machen.“ So blieb der Berliner schließlich in Thüringen und begann seine berufliche Laufbahn als Seiteneinsteiger. Der Abschied von der Hauptstadt bereitete ihm keine Probleme. „In der Thüringer Landschaft bin ich schnell heimisch geworden“, erzählt Schreiber. Und dass er gern wandert, kommt dem natürlich entgegen.
Als Seiteneinsteiger hat sich der Lehrende schnell in dieser Rolle zurechtgefunden. „Das war auch nicht so schwer, denn wer sich für eine Ausbildung an der Fachschule in Gotha entscheidet, der will seinen Abschluss machen.“ Einen Einstieg als Pädagoge in eine Regelschule hätte sich Schreiber nicht vorstellen können. Das wäre ihm wohl doch zu stressig gewesen. Dass manche seiner Schüler älter sind als er selbst, empfindet der Lehrer keineswegs als störend. Im Gegenteil. „Viele bringen ihre Erfahrungen ein. Da werden Dinge manchmal auf eine Weise betrachtet, die mir neu sind und meinen Horizont erweitern. Das ist schon spannend für mich.“
Foto: Moritz Schreiber an seinem Arbeitsplatz | © Simmen