Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Die Oma von Mara führte einen Blumenladen. Dort fühlte sich die Enkeltochter wie zu Hause. Und sie lernte von der Großmutter viel über Pflanzen. Als sich vor Jahresfrist an der Staatliche Gemeinschaftsschule „Am Inselsberg“ in Bad Tabarz eine Arbeitsgemeinschaft Rhododendrongarten gründete, sah Mara eine Chance ihr botanisches Wissen zu erweitern. Und weil ihre Freundinnen ebenso Freude an der Pflanzenwelt haben, beschlossen vier Mädels aus der fünften und sechsten Klasse Mitglied in der neuen Arbeitsgemeinschaft zu werden. „Die Alpenrosen entwickeln im Frühling eine eindrucksvolle Blütenpracht“, begründet Lea ihre Mitarbeit. Und auch Maisie und Amy fanden es prima, einmal in der Woche im Rhododendrongarten am Datenberg sich ehrenamtlich zu engagieren.
Arbeitsgemeinschaftsleiter Jonas Guckuck hat die Mädels in den Arbeitszyklus im Garten eingebunden. Sie haben Unkraut gejätet und gepflanzt. Im Spätherbst vergangenen Jahres brachte das Quartett neue Rhododendronsorten in den Boden. Das waren die Weihnachtsgeschenke für die Eltern. Über den Winter fütterte Guckuck die AG-Mitglieder mit theoretischem Wissen über Rhododendren. Viel über einheimische Gehölze lernten sie beim Bestimmen von Bäumen.
Als eine Lehrerin, die mit ihrer Klasse dem Garten einen Besuch abstattete, die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft anregte, hat Jonas Guckuck nicht lange gezögert. Auf diese Weise kann er sich nämlich Nachwuchs heranziehen. „Natürlich weiß vorab niemand, ob die Mädchen bei der Stange bleiben, aber die Chance dafür ist da“, sagt er.
In diesem Jahr fällt das traditionelle Blütenfest im Rhododendrongarten aus. Bad Tabarz ist Ausrichter des Thüringer Wandertages, der am 20. Juni stattfindet. Da ist der Wanderverein, der sich auch um die Anlage kümmert und maßgeblich bei der Vorbereitung des Blütenfestes ist, fest eigebunden. Zwei Großereignisse zu stemmen, übersteigt die Kraft. „Schade“, sagt Guckuck, „immerhin haben schon viele bedauert, dass wir diesmal pausieren müssen.“ Andererseits kann er nur ans Herz legen, den Rhododendrongarten zu besuchen. „Aktuell blühen die meisten Büsche und ist zu erleben, mit welch verschwenderischer Farbenvielfalt diese Pflanze Gartenfreunde zu überzeugen vermag.“ Vor wenigen Wochen erst hat Guckuck 35 neue Rhododendronsorten am Datenberg gepflanzt. Doch auch seltene Bäume, wie zum Beispiel ein Lebkuchenbaum, und verschiedene Ziergehölze kamen in den Boden. „Damit soll der Garten auch außerhalb der Blütezeit der Rhododendren für Besucher ein Magnet sein.
Foto: v.l. Mara, Amy, Maisie und Lea | © Simmen