Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Marcus Lobe ist Flieger. Und als solcher weiß er um die Vorteile, den der Blick von oben auf die Dinge bietet. Und genau solch Überblick ist dem selbstständigen Maschinenbau-Ingenieur im Arbeitsalltag wichtig. Um das verständlich zu machen, zitiert er gern einen seiner Kunden, der den Raum zwischen Jena und Eisenach mit dem Silikon Valley vergleicht, allerdings nur, was die Größe betrifft. Während im Silikon Valley die Unternehmer nur zu genau das Potential ihrer Region kennen, sieht das in Thüringen gänzlich anders aus. „Wir wissen zu wenig voneinander“, sagt er. Das zu ändern hat sich der 40-Jährige auf die Fahnen geschrieben.

Lobe ist seit einiger Zeit Ansprechpartner auch im Landkreis Gotha für die Mitglieder des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, kurz BVMW. Damit folgt er auf Otto Eismann, der über viele Jahre federführend Verbandsarbeit in der Region betrieb. Dass sich Eismann und Lobe über den Weg liefen, sieht Letzterer als zwangsläufig an. Sein Flugzeug steht in Gotha, weshalb er regelmäßig in der Stadt ist; Kunden von ihm müssen hier betreut werden. „So bin ich auch Otto über den Weg gelaufen und er lud mich zum Treffen des Wirtschaftsclubs ein. Was ich dort erlebte, hat mich begeistert“, sagt Lobe. Der war mittlerweile selbst Beauftragter des BVMW in der Region Eisenach. Und er fand es prima, nicht nur zu sehen, was in Gotha passiert, sondern Möglichkeiten für kreisübergreifende Netzwerke zu entdecken. Auf diese Weise kämen Menschen zusammen, die sonst nicht miteinander ins Gespräch fänden.

„Und von da war es nur noch ein kleiner Schritt“, so Lobe, „und Otto Eismann brachte mich als seinen Nachfolger ins Gespräch.“ Mittlerweile ist der Maschinenbau-Ingenieur als solcher im Landkreis bekannt. Trotzdem hat sein Vorgänger noch nicht losgelassen. „Er ist weiter mit Feuereifer dabei, und das für die nächsten Jahre. Auch wenn ich die Geschicke von ihm übernommen habe, ist mir seine Unterstützung wichtig.“ Das trifft besonders auf den Thüringer Mittelstandsball zu, den Kerstin und Otto Eismann aus der Taufe gehoben haben. An dieser Tradition will Lobe festhalten. Und selbst wenn er sich die eine oder andere Neuerung vorstellen kann, die tätige Mithilfe des Nestors ist ein Garant dafür die Qualität zu halten.

Als BVMW-Mitglied unterstreicht Lobe immer wieder die schnelle, kompetente und auf einen Ansprechpartner beschränkte Hilfe bei Problemen. „Wenn ein Unternehmer irgendetwas importieren oder exportieren will und Probleme mit einem Amt hat, ist der regionale Verbandsrepräsentant Ansprechpartner und Vermittler. Auch beim Klassiker, nämlich Fragen rund um das Thema Fachkräfte aus dem Ausland, ist Beratung gefragt. Über den Verband hinaus arbeitet Lobe mit verschiedenen Wirtschaftsförderern in der Region zusammen. Sinn dieses Netzwerkes ist es auch, Dopplungen zu vermeiden. „Wenn im Landkreis Gotha und im Wartburgkreis am selben Tag sogar zudem noch zu einem wirtschaftlichen Thema referiert wird, ist das verschenktes Potential“, erklärt der Ingenieur. Er wolle, dass sich die einzelnen Akteure abstimmen, dass sie zusammenarbeiten. „Und dass betrifft nicht nur Verbandsmitglieder. Jeder, der seinen Beitrag leistet, dass die Wirtschaftsregion als Gemeinsames begriffen wird, muss mit am Tisch sitzen.“ Lobe erinnert sich an ein Gespräch mit einem Maschinenbauer, der händeringend einen Programmierer suchte. „Er hatte Kontakt mit Fachleuten in ganz Deutschland, wurde aber nicht fündig. Mir fiel ein Studienfreund ein, der ganz ins Profil passt. Ich rief ihn an und frage ob er die Firma kennt. Klar, antwortete der, und das Witzige ist, er stehe grad auf seiner Terrasse und schaue auf das Betriebsgelände mit dem Firmenlogo.“, erzählt der BVMW-Vertreter. Solche Dinge sollten künftig nicht mehr passieren, wünscht er sich. Deshalb heißt das Ziel: regionale Stärken und Potentiale bekannt machen!

Foto: Marcus Lobe | © Simmen