Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Rund ein Jahrzehnt leitete Corinna Geißler das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum in Gotha. Mit Jahreswechsel gab sie den Staffelstab weiter an Dr. Gerhard Struck. Die Diplom-Forstwirtin ist seit diesem Jahr neuer Vorstand im ThüringenForst und bildet mit Jörn Ripken die neue Doppelspitze. Sie ist die erste Frau, die in Deutschland eine Vorstandsfunktion in einer Landesforstanstalt übernommen hat. Ihre Schwerpunkte liegen auf klimaresilienter Waldentwicklung und praxisnaher Forschung. Ihr Nachfolger hat über Jahre hinweg das Forstamt in Finsterbergen geleitet.
Das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum (FFK) Gotha hat die Aufgabe, die nachhaltige Entwicklung der Thüringer Wälder durch Forschung, Inventur, Planung, Waldschutz und Datenmanagement zu sichern, um sie an den Klimawandel anzupassen und ihre vielfältigen Funktionen für Mensch und Umwelt zu erhalten. Die Forschungsarbeit übernehmen fünf Referate, die übergreifend agieren. Referat eins kümmert sich um Inventur und Planung. Hier wird der Wald inventarisiert. Dort sorgen sich die Fachleute ebenso um das Natura 2000-Management-System. Referat zwei digitalisiert all die dort erhobenen Daten und stellt sie über das Geoportal des Freistaates Thüringen für die breite Allgemeinheit zur Verfügung. Hier geschieht auch die Fernerkundung mit Drohnen. Auf diesem Weg wurde unter anderem die Schadensfläche durch den Borkenkäferbefall ermittelt. Im Referat drei kümmern sich die Kollegen ums Umweltmonitoring. Dazu gehört der alljährige Waldzustandsbericht für Thüringen. Damit in einem solch großen Unternehmen wie dem ThüringenForst der Betrieb reibungslos läuft, muss die IT funktionieren. Das obliegt dem Referat vier. Und im fünften Referat ist das gesamte forstliche Versuchswesen angesiedelt. Die Wissenschaftler betreuen hier die Versuchsflächen und formulieren letztlich die Handlungsempfehlungen an die Praktiker. Insgesamt arbeiten im FFK rund 100 Beschäftigte für einen stabilen Wald der Zukunft.
Als Forstamtsleiter hat Gerhard Struck von der Arbeit des Forschungszentrums profitiert – und eigne Erfahrungen gesammelt. Diese wird er in seine neue Arbeit einfließen lassen. Die gemeinsamen Anstrengungen im FFK dienen einem zukünftigen Wald, der als vielfältiger Lebensraum fungiert, den Menschen Erholung bietet und als Rohstofflieferant dient.
Foto: Corinna Geißler und Dr. Gerhard Struck | © ThüringenForst AöR