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Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Sie sind zu acht, acht Frauen und Männer mit unterschiedlichen beruflichen Biografien. Was sie eint, ist ihr Engagement im Thüringer Bogen, in der Region des Landkreises Gotha und des Ilm-Kreises also. Und sie alle wirken auf die eine oder andere Weise eben auch weit darüber hinaus. Und das prädestiniert sie für ihr Ehrenamt als Botschafter des Thüringer Bogens. Warum sie diese Rolle übernommen haben, warum sie sich als Botschafter einer besonderen Region sehen, das erzählen sie in dieser Reihe. Den Anfang macht Peter Mario Weisheit, Hochseilartist aus Gotha. Seit 2010 leitet er gemeinsam mit seinem Bruder André die Geschicke der Geschwister Weisheit.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Weisheit. Sie sind jetzt Botschafter. Wie fühlen Sie sich?

Ausgezeichnet. Botschafter für den Thüringer Bogen zu sein, bedeutet: Ich bin für eine gute Sache unterwegs.

Mit Ihrem Vater Rudi war schon einmal ein Hochseilartist aus der Familie Botschafter, damals für den Landkreis Gotha. War das Ansporn für Sie, sich diesem Ehrenamt zu stellen?

Auf der einen Seite muss ich das bejahen. Mein Vater war der erste Botschafter für das Gothaer Land. Und ich weiß noch genau, mit wie viel Freude und Elan er sich der Aufgabe gewidmet hat. Andererseits habe ich nicht lange überlegt, als das Ansinnen an mich herangetragen wurde. Wenn ich etwas für die Region tun kann, in der ich zu Hause bin, dann tue ich das gern. Gotha ist seit rund sechs Jahrzehnten Heimat der Geschwister Weisheit. Der Kreis hat uns damals gut aufgenommen, daran hat sich nichts geändert und deshalb ist es für uns immer wieder ein besonderes Erlebnis hier aufzutreten, wie etwa beim diesjährigen Gothardusfest. Wie hoch die Wertschätzung unserer Arbeit ist, haben wir in Corona-Zeit verspürt, als uns das Landratsamt Auftrittsmöglichkeiten über die Stiftung des Landkreises Gotha arrangierte. Und auch der Ilm-Kreis hat sich für uns eingesetzt und im Rahmen des Kultursommers Auftritte organisiert. Dafür sind wir dankbar. Und nicht nur deshalb ist für mich der Begriff der Heimat nicht so eng gefasst.

Wie müssen wir das verstehen?

Vor vielen Jahren traten wir in Großbreitenbach auf. Ich erlitt dabei einen Unfall und kam nach Sonneberg ins Krankenhaus. Dort haben mich so viele Menschen aus dem Ort mit besten Genesungswünschen besucht, das hat mich sehr beeindruckt. Und deshalb fühle ich mich in dieser Region ebenso heimisch.

Während Rudi Weisheit einen Landkreis vertrat, sind Sie Repräsentant von gleich zwei Landkreisen, die gemeinsam den Thüringer Bogen bilden.

Aber das zeigt doch, welche Entwicklung die Region in dieser Zeit genommen hat. Kirchturmdenken ist hier zum Glück passé. Die Lokalpolitiker und die Verantwortlichen in der Wirtschaft wissen, dass es die Chancen deutlich erhöht, wenn alle gemeinsam agieren – und das ist gut so. Wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht, kann eine Region längst nicht so wachsen, wie es ihre Potenzen eigentlich ermöglichen. Selbst wenn für den Einen oder Anderen im Moment daraus kein messbarer Vorteil erwächst, wird er früher oder später davon profitieren. Und wenn zwei Landkreise wie der Kreis Gotha und der Ilm-Kreis so gut zusammenpassen, wäre es töricht, nicht zusammenzuarbeiten.

Das erinnert an Ihre Profession, die Hochseilartistik. Hier basiert ja alles auf perfektem Zusammenspiel.

Klar! Wenn wir nicht als Einheit agieren würden, wollte keiner unsere Show sehen. Je reibungsloser all das funktioniert, umso besser für das Publikum. Auf die Gesellschaft transformiert, sehe ich das nicht anders. Ich bin immer enttäuscht, wenn vom politischen Gegner gesprochen wird. Gegner treten, wie es der Name sagt, gegeneinander an – am Ende mag es einen Sieger geben, die Gemeinschaft jedoch ist das nicht. Gegenteiliger Meinung zu sein, ist sogar wichtig und richtig, doch am Ende muss der Disput für die Gesellschaft nutzbringend sein.

Sie, also Peter Mario Weisheit, sind der Botschafter des Bogens. Jedoch werben letztlich alle aus der Familie der Geschwister Weisheit in diesem Sinne, oder?

Ja, wir machen ja keinen Hehl daraus, woher wir herkommen: Gotha steht auf jedem Fahrzeug. Und nach der Vorstellung werden wir von den Menschen angesprochen, die unsere Show gesehen haben. Manche kennen uns von früheren Begegnungen, andere sind wissbegierig, besonders, was unsere Motorrad-Artistik auf dem Hochseil betrifft. Über technische Dinge kommt man ganz rasch auf andere zu sprechen. Und warum sollen wir nicht erzählen, dass die Bedingungen in unserer Region so gut sind, dass wir uns da bestens aufgehoben fühlen. Wir schwärmen auch von den touristischen Möglichkeiten und sehenswerten Orten, wie den Drei Gleichen oder dem Thüringer Wald. Manchmal sind die Gespräche so intensiv, dass sich der Abbau unserer Technik ziemlich hinauszögert. Aber das macht nichts, reden mit den Menschen, die sich für unsere Kunst begeistern, ist uns wichtig.

Wie stark ist die Hochseiltruppe Geschwister Weisheit?

Aktuell sind wir 14, allesamt Familienmitglieder, wie das von Anfang an der Fall ist. Die Altersspanne bewegt sich zwischen vier bis 61 Jahre. Und was uns besonders freut, der nächste Zuwachs fürs Hochseil sammelt schon erste Erfahrungen.

Sie haben gesagt, beide Landkreise haben die Geschwister Weisheit in schwerer Zeit unterstützt. Wie jedoch lief es nach Corona?

Dieses Jahr war gut, sehr gut sogar. Der Start war verhalten, weil viele Veranstalter sich auf die zweite Jahreshälfte orientiert hatten. Dementsprechend geballt kamen dafür dann auch die Anfragen. Wir hoffen, dass es im kommenden Jahr ebenso läuft. Unter anderem steht bereits ein Auftritt für 2023, nämlich im Thüringer Bogen. Zum Sommerfest sind wir in Neustadt am Rennsteig. Sogar für 2025 haben wir bereits einen Termin: Die Corny-Littmann-Stiftung hat uns für das Spielbudenfestival in Hamburg engagiert. Darüber freuen wir uns natürlich sehr. Und auch dort werden wir die Menschen wissen lassen, dass es in Thüringens Mitte einen beachtens- und besuchenswerten Bogen gibt.

Wird es äußerliche Zeichen geben, dass sie Botschafter sind?

Ich lasse neue Autogrammkarten drucken, auf denen dann dieses Ehrenamt verzeichnet ist. Diese Karten sind bei den Besuchern unserer Shows sehr gefragt. Neulich sprach mich nach einer Vorstellung eine grauhaarige Frau an und sagte, dass sie viel Freude hatte. Und wenn sie sechzig Jahre jünger wäre, würde sie sich von mir übers Seil tragen lassen – so wie sie es schon einmal als 20-Jährige erlebt hatte. Zum Beweis zeigte sie mir die Autogrammkarte von damals. Das sind die Begegnungen mit Gänsehautcharakter.

Herr Weisheit, wir wünschen Ihnen Erfolg und viel Freude als Botschafter des Thüringer Bogens.

Bild: Carolin Schmidt vom Regionalmanagement Thüringer Bogen im Gespräch mit Peter Mario Weisheit. Der Gothaer Hochseilartist ist Botschafter des Thüringer Bogens. | © Klaus-Dieter Simmen

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