Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Handwerk statt Handy – auf diese einfache Formel kann gebracht werden, was Arnoldi-Schüler verschiedener Jahrgangstufen in dieser Projektwoche zu Beginn des neuen Schuljahres erfahren. Einige von ihnen, wie Jakob und Alexander, haben sich entschieden, Vogelhäuschen zu bauen. Ersterer besucht die sechste Klasse, der andere ist in der zwölften. Dymitro und Besir, Sechs- und Siebklässler stellen mit anderen zwei Fußballtore her, die ihren Platz auf dem Schulgelände finden sollen. Die dritte Gruppe, zu der auch Paul gehört, will am Ende ein hübsches Holzschwert in der Hand halten, dass als Geschenk für ihren Geschichtslehrer gedacht ist.

„Was die Gymnasiasten herstellen, haben sie sich ausgesucht“, sagt Bärbel Benkert von der Limus Zukunftsschmiede. Limus, das steht für Licht und Humus, also jene Stoffe, die Wachstum besonders fördern. In der Werkstatt der Zukunftsschmiede finden die insgesamt 15 Arnoldianer beste Bedingungen vor. „Ich finde es prima, dass wir als Arnoldi-Gymnasium in Limus einen Partner gefunden haben, der uns solche Projektmöglichkeiten eröffnet“, sagt Luisa Wunn, die als Lehrerin die Schülerin in der Woche begleitet. Dank verschiedener Spender konnte auch das nötige Material bereitgestellt werden. Beide Partner sind sich einig, dass aus dieser ersten Aktion mehr erwachsen kann. Bärbel Benkert stellt sich eine Arbeitsgemeinschaft vor, in der die Entwicklung handwerklicher Fähigkeiten in den Vordergrund gerückt ist.

Doch bei dieser Projektwoche geht es nicht nur um den Umgang mit Hammer und Säge oder Feile und Schleifmaschine. Bevor der praktische Teil beginnt, sitzen die Mädchen und Jungen im Kreis beieinander. Was sie miteinander besprechen, ist der Liste von Inner Development Goals festgehalten. Diese umfasst eine Reihe von Fähigkeiten und Qualitäten, die für eine nachhaltige Entwicklung entscheidend sind. Fünf davon spielen für die Gymnasiasten in der Zukunftswerkstatt eine Rolle: Sein, Denken, Beziehung, Zusammenarbeit und Handeln. Es sei spannend zu erleben, wie die jungen Leute sich mit dem jeweiligen Thema auseinandersetzen, sagt Bärbel Benkert. Sie ist bei Limus Prozessbegleiterin und Coach. „Wir suchen neue Wege des Miteinanders. Unsere Zukunftsschmiede bietet Raum, innezuhalten und bewusst einen Kulturwandel zu gestalten. Für die Herausforderungen unserer sich wandelnden Welt suchen wir Wege und innovative Lösungen. In vielfältigen Lern- und Erfahrungsräumen für Menschen und Organisationen erforscht und gestaltet die Limus-Community neue Möglichkeiten des Zusammenlebens und -arbeitens.“ Da sind die Schüler willkommene Teilhaber.

Ob die angestrebte Arbeitsgemeinschaft tatsächlich Realität wird, hängt von Spenden ab. Sowohl die Pädagogen als auch die Mitglieder der Zukunftswerkstatt Limus wissen, Geld sitzt alles andere als locker. Allerdings sind sie sich auch sicher, dass Unternehmen in der Region von Auszubildenden profitieren, deren handwerklichen Fähigkeiten entwickelt sind und die sich mit ihrer Welt auseinandergesetzt und die soziale Kompetenz erworben haben, die über das übliche Maß hinausgeht. Natürlich wird keiner erwarten, dass nach ein paar Praktikumstagen, die Heranwachsenden befähigt sind, die Welt mit ihren Impulsen in eine leuchtende Zukunft zu führen. Allerdings weiß eine uralte fernöstliche Weisheit, dass auch der längste Weg mit dem ersten Schritt beginnt.

Foto: Paul feilt an einem Holzschwert. Hilfe bekommt er von Bert Krause. | © Klaus-Dieter Simmen