Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Mit so viel Aufmerksamkeit, sagt Matthias Schade, habe er nie und nimmer gerechnet. Andererseits ist das für ihn erklärbar. Vietnam kämpft wie kein zweites Land in Südostasien gegen den Klimawandel. Aufgrund seiner langen Küstenlinie versalzen durch den steigenden Meeresspiegel Jahr für Jahr landwirtschaftliche Anbauflächen. Um das zu kompensieren, will die Regierung die Ernteverluste drastisch senken. Und da kommt einer aus dem kleinen Thüringen und hat sozusagen eine Lösung in der Tasche. Zu dem eine, die kurzfristig und kostengünstig umgesetzt werden kann. Der Gothaer Matthias Schade, Inhaber von Schadinis und Erfinder des AmyroTech-Verfahrens, reiste Anfang November mit einer Wirtschaftsdelegation des Freistaates nach Vietnam.
Und dort bekam er Gelegenheit sein Verfahren zur Haltbarmachung von Reis-Produkten vorzustellen. Und das sowohl vor Regierungsvertretern als auch vor Wirtschaftsexperten und Wissenschaftlern. „Ich denke, die Menschen haben rasch erkannt, dass in einem Land, in dem Reis einmal wichtigstes Grundnahrungsmittel und andererseits bedeutender Exportartikel ist, die Thüringer Technologie einen wirtschaftlichen Unterschied machen kann“, sagt Schade. Das stellte der Gothaer auch bei seinem Gespräch mit dem vietnamesischen Vize-Landwirtschaftsminister in den Fokus. Mit überschaubaren Energieaufwand können die Ernteverluste deutlich reduziert werden.
Das hörten auch die Wissenschaftler der University of Science und Technologie in Hanoi gern. Hier präsentierte Schade nicht nur sein AmyroTech-Verfahren, sondern übergab der Universitätsleitung zudem eine Kooperationsanfrage. „Geplant ist ein neues Forschungsobjekt zur vorfermentierter resistenter Stärke Typ 5“, erläutert er. „Ziel ist die Gewinnung und Analyse von Daten aus dem menschlichen Mikrobiom, um Zusammenhänge zwischen Ernährung, Stärkeabbau und Darmgesundheit besser zu verstehen.“ Der Gothaer bietet sich der Universität als Projektpartner an und will sein Know-how in der Entwicklung funktioneller Stärkeprodukte einbringen.
Begeistert hat ihn, mit welcher Zielstrebigkeit die Wirtschaftsdelegation ihre Aufgaben abgearbeitet hat. „Der Arbeitstag begann sieben Uhr und endete meist erst nach 20 Uhr“, erzählt er. Dabei seien die Gespräche mit den einzelnen Partnern schon vorab in Thüringen gründlich vorbereitet worden. „Das zeigte sich auch an meinem Stand, wo das spezielle Angebot von Schadinis präsentiert wurde. Der war wirklich sehr ansprechend und informativ gestaltet worden.“ Wie sein Besuch in Vietnam nachwirken wird, das muss die Zukunft zeigen. Matthias Schade jedenfalls ist sehr zuversichtlich.
Foto: Großer Andrang am Messestand | © Matthias Schade