Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Das klingt doch verlockend: Mit selbst erzeugter Solarenergie die Stromrechnung drastisch senken. Und dabei noch einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasen leisten. Um diesen Traum zu erfüllen, braucht es allerdings eine maßgeschneiderte Anlage – abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnisse, aufs Gebäude und auf den Energieverbrauch. Mit einer Standardlösung kommt man nicht wirklich weit. Mit diesem Wissen haben sich Enrico Zink und Steffen Rieth vor rund fünf Jahren auf eigne Füße gestellt und die Firma Sunvitec in Nauendorf gegründet – mit der Erfahrung von 17 Jahren Tätigkeit in der Solarenergiebranche.

„Unser Gedanke war, den Kunden quasi eine schlüsselfertige Anlage zu erstellen“, sagt Enrico Zink, „egal ob für Privathaushalt oder Gewerbe.“ Das schließt die Anmeldung beim Netzbetreiber ein, das bedeutet für alle nötigen Dokumente zu sorgen. „Die Branche ist in steter Bewegung, was heute gilt, ist möglicherweise morgen schon wieder hinfällig – da ist es für Kunden schwer sich zurechtzufinden.“ Für Zink und seinen Partner ist es wichtig, dass die Photovoltaik-Anlage den maximalen Eigenverbrauch für die Kunden erwirtschaftet. „Das bedeutet, wir kombinieren unsere PV-Anlage fürs Einfamilienhaus mit einem Wärmekonzept und einem Pufferspeicher – je nach dem, was nötig und sinnvoll ist. „Im Gewerbebereich legen die Spezialisten Konzepte vor, die um einen Batteriespeicher gestrickt sind. „Da orientieren wir uns um den Verbrauch des Kunden und analysieren Be- und Entladekapazität“, sagt Steffen Rieth.

In den fünf Jahren am Markt hat Sunvitec viele solcher Anlagen installiert. Im Jahr seien es bis zu 200, rechnet Rieth vor. Unter den 15 Mitarbeitern sind neben Elektromeistern auch Dachdeckermeister. Die Arbeiten sollen möglichst in einer Hand bleiben. Ebenso wichtig ist für die Solar- und Energieexperten Regionalität. Bei großen Anlagen schlagen sie den Radius maximal 200 Kilometer; bei kleinen fürs Eigenheim wird der noch enger gezogen. „Für einen kostengünstigen Service für unsere Kunden bedeuten kurze Wege geringere Kosten“, sagt Enrico Zink. Ebenso setzt das Unternehmen, sofern möglich, auf regionale Hersteller. Das wissen die Kunden zu schätzen. Genauso wie die Philosophie der beiden Geschäftsführer: „Wir sagen nicht Tschüss, sobald die Module auf dem Dach sind. Wir begleiten unsere Kunden die kommenden 20 oder 30 Jahre“, erklärt Zink.

Vor etwa drei Jahren stieg die Firma Bickhardt Bau aus Kirchheim ins Unternehmen ein. Auf den ersten Blick macht eine Beteiligungsgesellschaft mit einem Straßenbauunternehmen wenig Sinn für einen Solaranlagenbauer. Weit gefehlt, denn damit ist ein Weg in die Zukunft geöffnet worden. Und dabei geht es nicht nur um die Möglichkeit, neben den Autobahnen und Straßen, die das hessische Unternehmen baut, PV-Anlagen zu errichten. „Wir denken da weiter“, sagt Enrico Zink, „und mit Blick auf die Elektroenergie daran, dass Induktionsschleifen gleich beim Bau in die Fahrbahnen kommen.“ Beim Tunnelbau kann die Installation von PV-Analgen quasi oberhalb der Röhren erfolgen. Mit diesem Strom können nicht nur die Lüftungsanlagen betrieben werden, sondern auch die Beleuchtungsanlagen im Tunnel. „Hier eröffnet sich für uns ein ganz neues Feld“, ist sich Rieth sicher.

Foto: Die Gründer Steffen Rieth (l.) und Enrico Zink (r.) | © Simmen