Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Janina Bujak kommt gern zum Azubi-Speed-Dating in die Ekhof-Schule in Gotha. Schon seit zehn Jahren ist sie dabei und damit von Anfang an. „Rückblickend kann ich sagen, dass kein Jahr vergangen ist, an dem nicht eine Schülerin oder ein Schüler aus dieser Einrichtung bei uns eine Ausbildung begannen“, sagt sie. Wie immer hat sie auch an diesem Donnerstag acht Minuten Zeit, ihr Gegenüber von den Vorteilen einer Berufsausbildung beim Süßwarenhersteller Storck in Ohrdruf zu überzeugen. Und der Jugendliche muss die Zeitspanne nutzen, um sich ins rechte Licht zu rücken.
„Das funktioniert gut, zumindest bei einem Teil der Schüler, anderen wiederum gelingt das nicht so einfach“, sagt Beratungslehrerin Heidi Brand, die an der Staatlichen Regelschule „Conrad Ekhof“ für diese Veranstaltung den Hut aufhat. Die Bildungseinrichtung in Gotha-West hat einen hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund. „Gerade deshalb ist es wichtig, dass keiner zurückbleibt“, beschreibt Maximilian Fiedler, stellvertretender Schulleiter, die Situation. Beim Azubi-Speed-Dating geht es nicht nur darum, den „Ernstfall“ Bewerbungsgespräch zu trainieren, sondern wenn nötig und möglich soll auch ein Praktikumsplatz gefunden werden. „Die Praktika beginnen in wenigen Wochen und einige der Mädchen und Jungen sind noch nicht unter“, sagt Schulleiterin Manuela Heimlich.
Sie ist stolz darauf, dass die Ekhof-Schule seit einem Jahrzehnt ihren Schülern mit dem Speed-Dating die Möglichkeit eröffnet, sich ganz praktisch mit dem Thema Berufswahl auseinanderzusetzen. Bevor es dazu kommt, müssen sie im Unterricht Bewerbungen schreiben. Diese nehmen sie auch mit, wenn sie mit den Vertretern der Unternehmen ins Gespräch kommen. „Wir finden, es ist ein Vorteil, wenn das ganze Prozedere, das zur Berufswahl gehört, schon mal durchgespielt wurde“, erklärt Fliedner.
Von den 28 gemeldeten Betrieben sagten vier ab, so dass die rund 100 Jugendlichen aus den 9. und 10. Klassen sich bei 24 Unternehmen über die verschiedenen Berufsfelder informieren konnten. „Wir bilden Naturwerksteinmechaniker und Fachlageristen sowie Bauzeichner aus“, sagt Jana Klein von kmd-natursteine Gotha. Auch sie ist regelmäßiger Gast beim Azubi-Speed-Dating in der Schule in Gotha-West. „Wir finden unsere Partner nicht nur in der Stadt Gotha, sondern auch im Landkreis und darüber hinaus“, erläutert Fliedner. „Deshalb können wir den Neunt- und Zehntklässlern auch eine überzeugende Bandbreite an möglichen Ausbildungsplätzen bieten.“
Besonders freut es Schulleiterin Heimlich, dass einige Vertreter von Unternehmen von jungen Leuten begleitet wurden, die einst selbst an der Ekhof-Schule lernten und auch vom Azubi-Speed-Dating profitieren durften. So erfuhren viele Schüler aus erster Hand, wie wichtig es ist, gut vorbereitet ins Bewerbungsgespräch zu gehen.
Der Wegfall von vier Unternehmen konnte ziemlich problemlos kompensiert werden. „Dank des Thüringer Bogens, der uns mit einem entsprechenden Computerprogramm ausstattete, konnten die Schüler, die sich für Gespräche mit Vertretern aus diesen Betrieben angemeldet hatten, ohne großen Aufwand auf andere umgeswitcht werden“, freut sich Heidi Brand.
Foto: Janina Bujak vom Süßwarenhersteller ist von Anfang an beim Azubi-Speed-Dating in der Regelschule „Conrad Ekhof“ in Gotha dabei und findet: Das ist für uns immer lohnenswert. | © Simmen