Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Gleich fünf Ausbildungsberufe bietet die Agrargenossenschaft Bösleben. Und die werden nachgefragt, wie Anne Feuerpfeil betont, die im Unternehmen auch für die Ausbildung zuständig ist. Das Landwirtschaftsunternehmen beteiligt sich gern am Tag im Unternehmen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich viele der Schüler, die auf diesem Wege sich bei uns umsehen, schon mit ganz konkreten Vorstellungen kommen. Für sie steht fest, dass sie einen Beruf in der Landwirtschaft ergreifen wollen“, sagt sie. Und davon bieten die Böslebener gleich fünf Ausbildungsberufe. Kochlehrlinge sind in der Kantine bestens aufgehoben, künftige Fleischer profitieren von der Vielfalt der Verarbeitung, ebenso wie die Fleischfachverkäufer. Land- und Maschinenmechatroniker können ihren Beruf erlernen und natürlich Landwirte.

Während sich am Vormittag fünf Neuntklässler über diesen klassischen Beruf informierten, sahen sich sozusagen im zweiten Durchgang acht künftige Auszubildende in der Fleischerei des Unternehmens um. Während einige eher zufällig dieses Angebot genutzt haben, zeigten andere durchaus Interesse an diesem Handwerk. Fleischermeister Bert Groening erläuterte den Jungs und Mädels den Arbeitsablauf, der mit dem Auslösen der frisch geschlachteten Schweine aus eigner Produktion beginnt. Auch wenn noch viel Handarbeit gefragt ist, hat auch moderne Technik in der Fleisch- und Wurstproduktion Einzug gehalten.

Während die Neuntklässler im Schutzanzug durch die einzelnen Produktionsbereiche geführt werden, kennt sich Alina Walter in diesem Bereich schon bestens aus. Die Schülerin aus Ilmenau hat vor Jahresfrist den Besuch bei den Böslebenern im Rahmen des Tages im Unternehmen genutzt, um ein Praktikum zu vereinbaren. Dafür nimmt sie einmal in der Woche den Weg von Ilmenau nach Bösleben auf sich. „Meine Tante ist Fleischerin und das hat mich immer fasziniert“, erzählt sie. Und als sich dann die Möglichkeit eröffnete, selbst in diesem Handwerk hinter die Kulissen zu schauen, hat Alina kein bisschen gezögert. Was sie an Erfahrungen sammeln konnte, bestärkt sie in ihrem Wunsch, Fleischerin zu werden. Sie könnte sich auch vorstellen, diesen in der Agrargenossenschaft Bösleben zu lernen. Allerdings sei der Weg von Ilmenau doch ein bisschen weit …

Aktuell bildet der Landwirtschaftsbetrieb sieben Lehrlinge aus. „Davon konnten wir einige über die Praxistage für uns gewinnen“, freut sich Anne Feuerpfeil. Deshalb beteilige sich das Unternehmen nicht nur an den Praxistagen. „Ich besuche auch so viele schulinterne Berufsmessen wie nur möglich“, sagt sie.

Foto: Fleischermeister Bert Groening zeigt die moderne Technik, die bei den Böselebenern zum Einsatz kommt | © Simmen