Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Nein, da gehört nun wirklich keine Bushaltestelle hin. Mitten in der Vorhalle des Technologie- und Gründerzentrums (TGZ) in Ilmenau ist sie ganz offensichtlich deplatziert. Oder etwa doch nicht? Immerhin gibt Karina Schöler vom Thüringer Innovationszentrum Mobilität Fahrkarten aus. Und sie erklärt den Fahrgästen, dass der Bus in wenigen Minuten abfährt, allerdings vorm TGZ. Das hatte in der zweiten Novemberwoche zum traditionellen Herbstfest eingeladen. „Innovation trifft Zukunft“ hatte das Team um Geschäftsführer Rüdiger Horn den Gästen versprochen. Wobei der Schwerpunkt auf autonomes Fahren gelegt war.

Und genau das nimmt in Ilmenau eine zentrale Rolle in Forschung und Praxis ein. Hier wurde erstmals in Thüringen automatisiertes Fahren in den regulären Fahrplan eingebunden. Nach vier Jahren wurde das Projekt 2025 beendete. Das bedeutet aber nicht, dass die Wissenschaftler ans autonome Fahren nun einen Haken machen. Im Gegenteil. Wie weit das Innovationszentrum Mobilität auf dem Gebiet mittlerweile vorangekommen ist, erfuhren die Gäste beim Herbstfest einmal ganz praktisch auf einer autonomen Fahrt mit dem Kleinbus „P-Mover“ durch Ilmenau. Dass die Theorie keineswegs grau ist, zeigte Carsten Schauer andererseits später in seinem Impulsvortrag.

Zunächst aber nahmen die Gäste ebenso neugierig wie erfreut die Gelegenheit wahr, mit dem „P-Mover“ eine Runde zu drehen. Unter ihnen auch Gerald Vogel, Geschäftsführer TÜV Thüringen Fahrzeug GmbH, der sich neben dem Fahrer platzierte. Moment mal, autonomes Fahren und Fahrer? Muss sein, sagt Schauer, das sei Vorschrift. Wobei der Fahrer nur dann eingreift, wenn es unbedingt nötig ist. Gerald Vogel zeigte sich begeistert von den technischen Möglichkeiten, fand aber gleichzeitig, dass „der ‚P-Mover‘ ruckartiger fährt als mein Mitarbeiter. Und an der Ampel hätte er durchaus rascher starten können.“ Der Ingenieur weiß, wie komplex die Anforderungen an das autonome Fahren sind. Und hier, so findet der Geschäftsführer vom TÜV, habe sich der blaue Kleinbus prima geschlagen – egal ob im Gegenverkehr oder beim Spurwechsel – das Fahrzeug habe alle Anforderungen leisten können.

Nach den Impusvorträgen diskutierten die Teilnehmer das Thema autonomes Fahren ausgiebig in gemütlicher Runde. Dass autonomes Fahren funktionieren kann, haben die Gäste selbst erleben dürfen. Was uns das freilich bringt, ist eine andere, nicht minder spannende Seite, die ebenfalls ausführlich diskutiert wurde.

Foto: Der „P-Mover“ in Aktion | © Simmen