Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Wenn Qais Yousef das Projekt vorstellt, leuchten seine Augen. Noch wird es unterm Dach der TU Ilmenau perfektioniert, doch spätestens im dritten Quartal des nächsten Jahres soll die Ausgründung erfolgen. Yousef, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni mit Fachgebiet Prozessoptimierung, hat unter Federführung von Professor Pu Li mit seinem Team eine KI-gestützte Wahrnehmungssoftware für autonome Roboter entwickelt. Auch diese Seite autonomen Fahrens wurde beim Herbstfest des Technologie- und Gründerzentrums Ilmenau (TGZ) vorgestellt.
Der Wissenschaftler beschreibt die Situation: Ein Lieferroboter ist im Außendienst unterwegs, bringt dringend benötigte Ersatzteile von A nach B und nutzt dabei den Gehweg. Da sind Probleme mit Sicherheit vorprogrammiert. Genau, sagt Qais Yousef, doch gerade hier setze die Software aus Ilmenau an. „Diese fungiert als zentrales Wahrnehmungs- und Steuerungssystem, das die Umgebung und Verkehrssituationen präzise erfasst und dem Roboter sowohl proaktives als auch reaktives Verhalten ermöglicht. Dies gewährleistet eine sichere und effiziente Navigation zwischen Fußgängern und ermöglicht dem Roboter, seine Aufgaben schneller und auf optimierten Routen zu erledigen.“ Und die Fußgänger können unbehelligt ihrer Wege gehen.
Die Einsatzmöglichkeiten dieser Software sieht der Ilmenauer Wissenschaftler nicht nur bei Lieferrobotern, die direkt den Endkunden ansteuern oder Bestellungen ins Auslieferungslager bringen. Ebenso können Postverteilungsroboter damit effektiver arbeiten oder solche, die Gehwege reinigen. Sehbehinderte Menschen können auf dieser Technologie basierende Assistenzroboter nutzen.
Das vom Forschungsteam der TU Ilmenau um Fachgebietsleiter Pu Li ist mit Recht stolz auf die Entwicklung. Die KI-gestützte Technologie kann in Millisekunden erkennen, welche Absicht der Fußgänger hat und darauf reagieren. „Unsere Kamera analysiert den Gesichtsausdruck des Fußgängers und kann so einschätzen, ob dieser geradeaus geht oder sich nach links oder rechts wendet“, erläutert Qais Yousef. Damit werden Unfälle vermieden.
Foto: Qais Yousef stellt den Roboter vor | © Simmen
