Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Das Lämmchen, gerade mal wenige Tage alt, hat sich einen Platz an der Sonne gesucht und genießt den Frühlingstag. In der Scheune nebenan haben Sattelschweine in einem riesigen Strohhaufen sichtlich Spaß. Bauernhof-Idylle halt, wie man sie sich vorstellt. Auch Philipp Dämmig hat daran seine Freude. Obwohl er weiß, dass diese Idylle ihren Preis hat. Tierhaltung bedeutet täglich für deren Wohlergehen zu sorgen, sieben Tage in der Woche. Und dass es seinen Tieren gut geht, spielt für ihn eine große Rolle. Wenn seine Hühner in diesen Frühlingstagen ihren Auslauf genießen und begeistert nach Futter suchen, ist er sicher: Die sind glücklich! Und das schmecke man letztlich beim Frühstücksei, sagt er zufrieden. Tiere üben früh schon Faszination auf ihn aus. Geflügel- und Schafzucht betrieb er bereits im elterlichen Anwesen. Im gleichen Maße, wie die Zahl der Tiere stieg, sank die Begeisterung der Eltern.
Also suchte Philipp Dämmig nach etwas Eignem. Fündig wurde er im Friedhofsweg in Osthausen, unweit von Arnstadt. Dämmig zögerte nicht lange und kaufte 2011 das Anwesen. Dabei war damals schon klar, der gelernte Schäfer wollte seinen Verdienst nicht ausschließlich ins Anwesen stecken. Mit anderen Worten: Der Hof sollte sich selbst tragen. Der erste Schritt dazu war der Eierverkauf. Es blieb nicht dabei, das Frühstücksei von glücklichen Hühnern an den Mann zu bringen. Dämmig fand Hersteller, die seine Hühnereier veredeln. Seitdem gibt es im Hofladen Eierlikör und Nudeln in vielfältiger Form, dottergelb leuchtend. Das Angebot tierischer Produkte wurde rasch größer. Enten und Gänse fanden ihre Abnehmer, ebenso wie Lamm- und Rindfleisch, je nach Saison. „Einmal in der Woche schlachten wir in den Wintermonaten ein Schwein“, sagt der Landwirt im Nebenerwerb. In dieser Zeit bekommen die Kunden die Produktpalette traditioneller Hausschlachtung, vom Schnitzfleisch bis zur Wurstsuppe und frischen Würsten. Das wissen mittlerweile viele Genießer zu schätzen. „Das Angebot gibt’s noch bis April, denn folgt die Sommerpause.“ Gegenwärtig steigt die Nachfrage nach Lammfleisch, ein beliebter Braten zum Osterfest.
Schafe spielen in Philipp Dämmigs Leben eine besondere Rolle. Seine eigne Herde umfasse 250 Tiere. „Das ist mein Hobby, das ist meine Leidenschaft“, sagt er. Auch beruflich hat er mit diesen Tieren zu tun, als Schäfer der Natura-2000-Station Gotha/Ilm-Kreis kümmert er sich um die Landschaftspflege. Da, wo keine Technik eingesetzt werden kann, sorgt er mit Schafen und auch Ziegen dafür, dass die Landschaft nicht verbuscht. Bei der Vermarktung der Schafwolle bei seinen eignen Tieren, geht er besondere Wege. Längst ist nicht mehr gefragt, was Jahr für Jahr nach den Eisheiligen geschoren wird. Dieser Akt ist besonders für kleine Halter ein Minusgeschäft. Dämmig hat für seinen Hofladen deshalb nicht nur Produkte aus Schafwolle herstellen lassen, die in den kalten Monaten warmhalten. Daraus kann man nämlich auch einen prima Naturdünger herstellen. Die Pellets werden mittlerweile gern nachgefragt.
Dämmigs Hofladen hat sich in der Region einen guten Ruf erworben – weil die Qualität stimmt und weil der Betreiber mit seiner Lebenspartnerin Produkte anbietet, die mit Fug und Recht als Lebensmittel bezeichnet werden können. Wie gern in Osthausen eingekauft wird, zeigt die geduldige Warteschlange an den Öffnungstagen. Regelmäßig veranstaltet die Familie Hoffeste. Beim jüngsten überrannten rund 1000 Gäste förmlich den Hof in Osthausen. „Das war schon eine große Herausforderung“, erinnert sich Philipp Dämmig. Am Ende habe man sie bewältigt. Geöffnet übrigens ist mittwochs von 17 bis 18 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr.
Foto: Die Schweine machen es sich gemütlich | © Simmen