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Sie dürfen sich jetzt Prädikant nennen. Und darauf sind die beiden Ohrdrufer Uwe Kirschberg und Thomas Kratsch mit Recht stolz. Prädikanten sind in der evangelischen Kirche ehrenamtliche Prediger. Um das zu erreichen, müssen die Bewerber eine spezielle theologische Ausbildung absolvieren. Die verlangt von den Absolventen einiges ab. Immerhin dauert sie drei Jahre. Am Ende schließt sich eine umfängliche Prüfung an den Kirchlichen Fernunterricht an.

„Ja“, sagt Uwe Kirschberg, „es ist nicht von Pappe, was da von uns verlangt wird.“ Der Mann, im Hauptberuf Schulleiter des Berufsschulzentrums „Hugo Mairich“ in Gotha, weiß wovon er redet. „Da konnte ich nachvollziehen, wie es unseren Schülern geht.“ Kirschberg engagiert sich schon lang in seiner Kirchengemeinde. Und eben so wie Kratsch hat er bereits Gottesdienste abgehalten. „Die Befähigung dafür haben wir uns im Kloster Volkenroda beim Lektorenkurs geholt“, erklärt Thomas Kratsch. Dass die beiden mehr wollten, erklären sie unisono mit ihrem inneren Antrieb. Im Glauben fest verwurzelt zu sein, bedeute für sie mehr vom Glauben wissen zu wollen, tiefer in dessen Geschichte einzudringen.

Über drei Jahre haben sie sich in 349 Stunden umfassende Kenntnisse und theologische Fachkompetenz erarbeitet. „Kein Urlaub, in dem wir nicht Unterrichtsmaterial mitgenommen haben“, erzählt Kratsch, der in Ohrdruf ein Reisebüro betreibt. Und in der Freizeit habe lernen und nochmals lernen auf dem Programm gestanden, ergänzt Kirchberg. Folglich war es ein bewegender Augenblick, als ihnen die Zeugnisse überreicht wurden. Eigentlich ist das der Moment, wo ein Schlussstrich unter die Fortbildung gezogen wird. Nicht jedoch bei den beiden. Sie haben beschlossen, mit Aufbaukursen ihr Wissen zu erweitern. Die gibt es im Harz, im Kloster Drübeck. Danach ist der Weg für die Ordination für die Prädikanten frei. Das heißt, sie können in ihr geistliches Amt eingeführt werden. Damit dürfen sie auch Kausalgottesdienste abhalten, also Taufe, Konfirmation, Trauung oder Bestattung. Und auch der Unterricht in der Kirchengemeinde kann durch sie abgedeckt werden.

Schon jetzt geben Uwe Kirschberg und Thomas Kratsch mit einer Vortragsreihe ihr Wissen in der Ohrdrufer Gemeinde weiter. Dabei soll unter anderem der Aufbau des Gottesdienstes beleuchtet werden. Und das Vaterunser in seiner Vielschichtigkeit betrachtet werden.

Foto: v.l. Uwe Kirschberg und Thomas Kratsch | © Simmen