Regionalmanagement Thüringer Bogen:

Thomas Gurski ist zufrieden, er sieht das Unternehmen perfekt für die Aufgabenfülle aufgestellt. Er ist Vorstand der Diakonie für den Kreis Gotha, einem Firmenverbund, in dem der Bodelschwingh-Hof Mechterstädt, das Diakoniewerk Gotha, die Diakoniewerk GmbH und das Josias Löffler Diakoniewerk Gotha vereint sind. Hier arbeiten rund 800 Mitarbeiter in der Kinder- und Jugendhilfe, in Beratungsdiensten, in der Behindertenhilfe und in der Altenpflege. Gemeinsam mit Vorständin Andrea Schwalbe leitet Gurski das Unternehmen. Allerdings geht seine Mitstreiterin im Sommer in den verdienten Ruhestand.

Schwalbe scheidet am 1. Juli 2026 aus der Leitung des Unternehmensverbunds aus. Bereits zum Mai dieses Jahres nimmt Nachfolgerin Christiane Porst ihre Tätigkeit auf. Derzeit ist sie als Juristin und Referentin für Sozialrecht beim Caritasverband für das Bistum Magdeburg tätig. Sie freue sich darauf, in ihrem neuen Verantwortungsbereich die bedeutsame Arbeit der Diakonie im Landkreis Gotha strategisch mitzugestalten, blickt Thomas Gurski voraus. Allerdings verlässt auch er das Unternehmen und geht am Jahresende in Ruhestand. Seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger wird aktuell in einer Ausschreibung gesucht.

Das Duo Gurski/Schwalbe kann auf erfolgreiche Arbeit blicken. Im vergangenen Jahr startete mit Pontis ein Kooperationsprojekt, das Menschen in Wohnungsnot aus der Misere helfen soll. „Gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Landratsamt Gotha haben wir uns diesem ebenso sensiblen wie wichtigen Thema gewidmet“, sagt der Vorstand, „und bislang konnte durch Pontis 184 Menschen geholfen werden.“ Und das, obwohl es im ersten Jahr hauptsächlich darum ging das Beratungsangebot im Kreisgebiet bekannt zu machen. Die Hilfe galt nicht nur Menschen ohne Obdach. „Unsere Kollegen kümmerten sich auch um Menschen, die in einer Notsituation bei Freunden und Bekannten unterkamen. Und sie zeigten sich in Fällen erfolgreich, wo Obdachlosigkeit drohte, weil wegen Mietschulden die Zwangsräumung ins Haus stand. In der Mehrzahl profitierten Männer von der Hilfeleistung, jedoch auch Frauen und ein kleiner Anteil Familien mit Kindern. Hier arbeiteten die Pontis-Mitarbeiter eng mit der Schuldnerberatung zusammen.

Die Mitarbeiter des Diakonie-Unternehmensverbundes im Landkreis Gotha kümmern sich um Menschen, die auf Betreuung angewiesen sind. Das bedeutet, die Pflegekräfte müssen rund um die Uhr und alle Tage im Jahr für ihre Klienten da sein. Das sei fraglos eine Aufgabe, die an die Substanz geht, weiß Thomas Gurski. „Während im Bundesdurchschnitt der Krankenstand im vergangenen Jahr bei 19,5 Prozent lag, verzeichneten wir im gleichen Zeitraum 22,64 Prozent.“ Selbst wenn das zwei Krankentage weniger als 2024 waren, könne man alles andere als zufrieden sein, weiß die Unternehmensführung. Dabei orientieren sich die Verantwortlichen an Pfarrer Kneipp, der seinerzeit erkannte, dass Gesundheit kein Geschenk, sondern eine Aufgabe ist. Deshalb wurde in der Diakonie Gotha das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BMG) neu gedacht. „Für dieses Jahr setzen wir klare Schwerpunkte. Bewegung im Arbeitsalltag sowie die Beteiligung an der bundesweiten Arbeitswoche zur seelischen Gesundheit.“ Schon aktuell verweist der Vorstand auf niedrigschwellige Bewegungsangebote am Arbeitsplatz. „Wir wollen ein nachhaltiges, alltagsnahes Gesundheitskonzept, das die Gesundheit unserer Mitarbeiter stärkt, in unserer Organisationskultur verankern.“

Dazu gehört das Angebot, das Diakonie für den Landkreis gemeinsam mit Hansefit geschnürt hat, und das seit seiner Einführung im Februar bereits 160 Mitarbeiter nutzen. Hansefit bietet Bewegung, Entspannung und Prävention an – und zwar in 12.000 Sport- und Gesundheitseinrichtungen bundesweit. Die können Diakonie-Mitarbeiter nutzen, wobei die Kosten je zur Hälfte vom Unternehmen und den Mitarbeitern getragen werden.

Foto: Thomas Gurski blickt positiv auf seine Arbeit zurück | © Simmen