IHK Südthüringen/forum Thüringer Wald e. V.

Auch in Thüringens Süden ist der Fachkräftemangel Realität und stellt ein erhebliches Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der Region dar. 31 Prozent der Bruttowertschöpfung entstehen hier in der Industrie, aber 18.600 Stellen sind derzeit unbesetzt. Die Region muss sich nach außen vermarkten und sich der überregionalen Konkurrenz stellen, um notwendige Fachkräfte zu gewinnen. Der forum Thüringer Wald e. V. wird deshalb gemeinsam mit den Landkreisen Sonneberg, Hildburghausen, Schmalkalden-Meiningen, dem Wartburgkreis, der Stadt Suhl und den Südthüringer Wirtschaftskammern unter der Marke „Thüringens Süden“ neue Wege gehen. Am 20. Mai 2022 wurden die Marke und die geplante Kampagne im Beisein von Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee offiziell in Suhl vorgestellt.

Seit seiner Gründung im Jahr 2009 setzt der forum Thüringer Wald e. V. wichtige Impulse, um das Image Südthüringens als leistungsfähige Wirtschafts- und Industrieregion zu stärken und das Bewusstsein vor allem innerhalb der Region dafür zu schärfen. Da waren und sind der Firmenlauf mit seinem Motto „Die Wirtschaft läuft“ die richtige Botschaft. Auch mit INDUSTRIE INTOUCH oder der Jugendkampagne t-wood.de setzt der Verein wichtige Impulse für die Wahrnehmung der Industrie als der Wachstumsmotor und die Bindung von Fachkräften an Thüringens Süden.

„Um dringend benötigte Fachkräfte überregional anzuziehen, müssen wir die nächste Stufe des Standortmarketings mit einer hohen Außenwirkung zünden“, sagt Dr. Peter Traut, Vorstandsvorsitzender des forum Thüringer Wald e. V. „Es reicht nicht von der starken Industrieregion zu sprechen. Für den Zuzug von Fachkräften ist ein Umdenken in der Ansprache notwendig, denn geht es für potenzielle Fachkräfte nicht nur darum, einen Job zu finden, sondern um Angebote für die ganze Familie – vom Kitaplatz bis zum Baugrundstück. Es geht also um die Gestaltung des Lebensmittelpunktes und genau hier haben wir sehr gute Vermarktungschancen“, so Dr. Traut weiter.

Unter breiter regionaler Beteiligung und von Fachexperten begleitet, wurde deshalb eine Strategie entwickelt, wie man die Region in Zukunft zur Gewinnung von Fachkräften authentisch und attraktiv nach außen vermarkten kann, mit einer emotionalen Ansprache unter der Marke „Thüringens Süden“.
Es wird künftig eine klare Unterscheidung zur Tourismusmarke Thüringer Wald geben, wenngleich der Thüringer Wald als weicher Standortfaktor eine sehr hohe Bedeutung für die Attraktivität der Lebensregion hat.

Die Marke und Kampagne Thüringens Süden

Das neue Logo „Thüringens Süden“ vereint die Formsprache des Freistaat-Logos „Das ist Thüringen“ und die Farbsprache des Logos „Thüringer Wald“. Durch die Aufstellung von „Thüringens Süden“ als Familienmarke sorgen auch die bereits bestehenden Marken, wie „Firmenlauf“ oder „INDUSTRIE INTOUCH“ im Zusammenspiel für Durchschlagskraft. Das Logo und weitere Markenstilelemente können und sollen von Partnern, Kommunen und Unternehmen genutzt werden. Der Claim „Heimat von dir gemacht“ zieht sich durch die geplante Fachkräftekampagne.
Die Kampagne soll sich stark auf Online-Marketing, insbesondere Social Media fokussieren und wird von Offline-Marketing und -Aktionen begleitet. Eine spezielle Idee dafür ist die Aktion „Haus for free“, mit der ein Eigenheim in Thüringens Süden verschenkt werden soll. Geplant ist darüber hinaus u. a. ein Fachkräfteportal, das regionale Jobs, Wohnungen und Kindergartenplätze anbietet. Auch der Aufbau einer Onboarding-Agentur, die den Zuzug von Fachkräften unterstützt, steht auf der Agenda.

Das Regionalmanagement Thüringens Süden

Ein großer Meilenstein in der Umsetzung der Markenstrategie Thüringens Süden war der Start des Regionalmanagements Thüringens Süden im Jahr 2019. Die beteiligten Gebietskörperschaften, Südthüringer Wirtschaftskammern und der forum Thüringer Wald e.V. haben gemeinsam ein Integriertes Regionalwirtschaftliches Entwicklungskonzept (IREK) Thüringens Süden erarbeitet, das Grundlage der gemeinsamen Arbeit ist. Auch der Ilm-Kreis ist über die Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement Thüringer Bogen angebunden.
Die mit dem Regionalmanagement verbundene GRW-Förderung des Freistaates Thüringen ermöglicht die finanzielle Untersetzung der Strategie „Thüringens Süden“ mit Personal und einem Regionalbudget in Höhe 375.000 Euro pro Jahr für zunächst drei Jahre bis Ende 2022.
Das Regionalmanagement Thüringens Süden bündelt die regionalen Kräfte, um die Region insbesondere in den Handlungsfeldern „Fachkräfte“, „Standortmarketing“ und „Attraktivität als Lebensmittelpunkt als gemeinsame Aufgabe“ voranzubringen.

Gemeinsam für die Region

Das Regionalmanagement alleine kann dies jedoch nicht schaffen. Der Erfolg der Marke „Thüringens Süden“ wird davon abhängen, dass sich die gesamte Region daran beteiligt. Von einer starken Marke „Thüringens Süden“ profitieren alle: Unternehmen, Institutionen, Verbände, Städte und Gemeinden.
„Jeder Einzelne ist hier Sprachrohr für Thüringens Süden und kann die Wirkung und Reichweite der Marke und Werbekampagne nach innen und außen verstärken. Zusätzlich braucht es leidenschaftlicher Fürsprecher und engagierter Markenbotschafter. Jetzt beginnt die Umsetzung, die nur gelingt, wenn alle an einem Strang ziehen und vor allem dranbleiben. Es geht hier nicht um kurzfristige Aktionen und Werbekampagnen, sondern um einen langfristigen Prozess, der uns die nächsten sieben bis zehn Jahre begleiten wird“, appeliert Dr. Traut.

Informationen für Interessierte

Für interessierte Unternehmen, Kommunen und Institutionen und allgemein Interessierte besteht die Möglichkeit, sich per Videokonferenz vertiefend zur Marke und zur Kampagne „Thüringens Süden“ zu informieren. Die Termine dafür sind am 23. Mai 2022 um 15:30 Uhr und am 1. Juni 2022 um 16:00 Uhr. Interessenten werden gebeten, sich per E-Mail an anzumelden und erhalten nach Anmeldung den Zugangslink.

Bild: Für Thüringens Süden arbeiten alle zusammen – das demonstrieren die Partner des Regionalmanagements „Thüringens Süden“ gemeinsam mit Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee am 20. Mai 2022 im Haus der Wirtschaft in Suhl beim gemeinsamen „Puzzeln“ des neuen Logos anlässlich der offiziellen Vorstellung der Marke und Kampagne „Thüringens Süden“. | © Hollek Media/Peter Hollek

V.l.n.r.: Dr. Ralf Pieterwas (Hauptgeschäftsführer IHK Südthüringen), Dirk Lindner (Hauptamtlicher Beigeordneter Landkreis Hildburghausen), Jürgen Köpper (1. Beigeordneter Landkreis Sonneberg), Dr. Peter Traut (Vorstandsvorsitzender forum Thüringer Wald e. V. und IHK-Präsident), Wolfgang Tiefensee (Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft), Peggy Greiser (Landrätin Landkreis Schmalkalden-Meiningen), Dr. Thomas Scheller (Sachgebietsleiter Wirtschaft und Infrastruktur Ilm-Kreis), Cornelia Grimm (Regionalmanagerin forum Thüringer Wald e. V.), Lutz Kosczielsky (Stellvertretender Vorstandsvorsitzender forum Thüringer Wald e. V. und Präsident der Handwerkskammer Südthüringen), Mirko Klich (Amtsleiter für Kreisplanung Wartburgkreis), André Knapp (Oberbürgermeister kreisfreie Stadt Suhl).

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