Regionalmanagement Thüringer Bogen:
Modellsätze für Schüler machen Technikwende erlebbar
Die Lust am Experimentieren sowie das Verständnis von physikalisch-naturwissenschaftlichen Vorgängen rund um klimafreundliches Wohnen und CO2-freie Mobilität fördern künftig je 45 Modelle des Projekts 3D-HYSOLAR-Home, die den Schulen des Landkreises Gotha und des Ilm-Kreises vom Verein Solardorf Kettmannshausen e. V. zur Verfügung gestellt werden.
Die ersten Klassensätze wurden heute im Berufsschulzentrum Hugo Mairich in Gotha offiziell übergeben im Beisein von Ilm-Kreis Landrätin Petra Enders und Landrat Onno Eckert. Beide Landkreise unterhalten ein gemeinsames Regionalmanagement, über das die Bereitstellung der didaktischen Unterstützung in Höhe von rund 53.000 Euro gefördert worden ist. Insgesamt hat das 3D-HYSOLAR-Home-Projekt einen Umfang von rund 115.000 Euro exklusive ehrenamtlicher Unterstützung.
Inhaltlich stellen die Modelle auf die Themenbereiche klimaneutrales Wohnen und CO2-freie Mobilität ab. Die Schülerinnen und Schüler können dabei selbstständig experimentell lernen.
Naturwissenschaftlich-technische Fähigkeiten gefragt
„Das Projekt 3D-HYSOLAR-Home ist ein sehr wichtiges Bildungsprojekt für Schülerinnen und Schüler. Über praktische Erfahrungen und experimentelles Arbeiten werden junge Menschen an die wichtigen Themen der Zukunft herangeführt. Wissen um klimaneutrales Wohnen und die CO2-freie individuelle Mobilität mit Solarstrom und grünem Wasserstoff wird hier nicht nur theoretisch vermittelt, sondern praktisch vertieft“, so Ilm-Kreis-Landrätin Petra Enders.
Gothas Landrat Onno Eckert ergänzt: „Die Kenntnisse der Jugendlichen im MINT-Bereich zu erhöhen, wird eine entscheidende Rolle spielen bei der Sicherung des Fachkräftebedarfs von morgen. Technisch interessierte und versierte Jugendliche haben in der wirtschaftsstarken Region des Thüringer Bogens schon heute beste Ein- und Aufstiegschancen in einen erfolgreichen Berufsweg – oder an der Technischen Universität Ilmenau in eine akademische Ausbildung von Weltrang.“
3D-HYSOLAR-Home ist als Bildungsprojekt für Schülerinnen und Schüler ab der 4. Klasse bis zur Berufsorientierung angelegt. Es thematisiert klimaneutrales Wohnen und die CO2-freie individuelle Mobilität mit Solarstrom und grünem Wasserstoff.
Dafür wurden zwei miteinander verbundene Bildungskonzepte entwickelt: Zum einen fördert ein System von acht Modellen, die elektrisch miteinander verbunden werden können, das selbstständige und experimentellforschende Lernen der Projektteilnehmer zu klimaneutralen Techniken. Das zweite Konzept zielt auf die Kreativität und den Erfindergeist und widmet sich der 3D-Konstruktion von Teilen, die zu den Modellen des ersten Konzepts passen und mittels 3D-Druck hergestellt werden.
Beide Projektbestandteile werden von allen Teilnehmern an einem oder mehreren Tagen altersspezifisch durchgeführt. Bisher wurden Testprojekttage in Grund- und Regelschulen im Landkreis Gotha und im Ilm-Kreis von Februar bis April 2022 vom Solar-Dorf Kettmannshausen e. V. erfolgreich gestaltet.
Die eigensetzten Modelle sind:
- Elektroauto mit Akkus und Fernsteuerung,
- Elektroauto mit reversibler Brennstoffzelle,
- Solar-Sonnenblume,
- Stromversorgung,
- Wasserstoffmodell,
- Wärmedämmung,
- Wohnhaus
Für jedes Modell gibt es Nutzerhinweise zur Montage und für Experimente sowie ein entsprechendes Glossar. Das Projekt wurde vom Solar-Dorf Kettmannshausen e.V. entwickelt und gemeinsam mit Partnern, wie Studenten der Technischen Universität Ilmenau und den Suhler Werkstätten, umgesetzt.
Angestrebt wird, dass mit den derzeit verfügbaren Modellen jährlich bis zu 3.000 Kinder und Jugendliche technische Lösungen zur Gestaltung einer klimaneutralen Gesellschaft experimentell erproben und eigene Vorschläge hierzu entwickeln.
Parallel entstand die Idee, das erste Thüringer Bildungszentrum zur Wasserstofftechnik für Kinder und Jugendliche in Arnstadt aufzubauen, das auch in anderen Orten Thüringens, z. B. in Gotha, Wochenprojekte für die Schulen anbietet.
Das Wasserstoffzentrum soll ab Mitte Mai 2022 erste Projekttage für Schulen durchführen. Vorbereitungen hierzu wurden vom Landratsamt des Ilm-Kreises, vom Bildungswerk Großbreitenbach und vom Solar-Dorf Kettmannshausen e. V. getroffen, um Kinder und Jugendliche frühzeitig auf eine grüne Wasserstoffwirtschaft und deren berufliche Chancen
vorzubereiten.
Bild: Prof. Berthold Bley vom Solardorf Kettmannshausen e. V., Thomas Fröhlich, 2. Beigeordneter des Landkreises Gotha, und Petra Enders, Landrätin im Ilm-Kreis, bei der Übergabe von Solar- und Wasserstoffdemonstrationsmodellen an das Berufsschulzentrum Hugo Mairich in Gotha | © LRA Gotha